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Probleme im sozialen Kontext

  • Jens Luedtke
Chapter
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Part of the Soziale Probleme — Studien und Materialien book series (SPSM)

Zusammenfassung

Bei Eintritt der Arbeitslosigkeit wird der Betroffene in eine Auseinandersetzung mit latenten oder manifesten Stereotypen über Arbeitslose gedrängt. Arbeitslosigkeit weist (immer noch) den Charakter eines mehr oder weniger deutlichen Stigmas auf, das seinen Träger diskreditierbar macht und — so es entdeckt wird — auch diskreditiert. Weil darüber (nicht nur) die soziale Identität des Betroffenen (mit)definiert wird, treten Veränderungen in der Selbst- und (antizipierten) Fremdwahmehmung sowie im Selbstwertgefühl auf. Die Stigmatisierung kann dabei sehr wohl (in)direkt negativen Einfluß nehmen auf partnerschaftliche und/oder familiale Beziehungen sowie Netzwerkkontakte, also das soziale Kapital. Gerade die Individualisierungstheorie betont die große Bedeutung der Netzwerkintegration für die soziale Identität, vor allem in großstädtischen Milieus (vgl. Keupp 1990). Die erweiterten Möglichkeiten der Gestaltung und die gestiegenen Notwendigkeiten, sich in externe Netzwerke zu integrieren, variieren mit einer Reihe sozialer Kontextvariablen. Dazu gehören Haushaltsstruktur bzw. Haushaltsgröße: Einpersonenhaushalte zeichnen sich prinzipiell durch eine erhöhte Notwendigkeit zur Beziehungsarbeit aus, da Binnennetze, anders als in familialen Haushalten (darunter fallen auch Haushaltungen mit erwachsenen und evtl. arbeitslosen Kindern), wo ein biologisch-soziales Netz bereits vorgegeben ist, nicht vorhanden sind. Ungeachtet des Erwerbsstatus bestehen damit auch im Hinblick auf die Zeitökonomie insofern ungleichheitsrelevante Momente, da Einpersonenhaushalte mehr Zeit in die Pflege des Freundes- und Bekanntenkreises investieren müssen als Mehrpersonenhaushalte und deshalb eine größere zeitliche Reglementierung erfahren.

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© Centaurus Verlag & Media UG 1998

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  • Jens Luedtke

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