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Die strafrechtliche Verantwortung des Unternehmensleiters für deliktisches Verhalten seiner Untergebenen

  • Henrike Stein
Part of the Studien zum Wirtschaftsstrafrecht book series (STWI)

Zusammenfassung

Im österreichischen Einheitstätersystem läßt sich die Frage der Strafbarkeit des Unternehmensleiters, der durch positives Tun (etwa durch eine entsprechende Anweisung) auf einen Angestellten einwirkt, damit dieser eine Straftat begehe, einfach beantworten: Da nach der herrschenden Meinung unmittelbarer Täter nur derjenige ist, der die Ausführungshandlung unmittelbar ausführt1212, ist der anweisende Unternehmensleiter meist als Bestimmungstäter anzusehen1213. In den Fällen, in denen der Unternehmensleiter keine Anweisung gibt, durch die er den Tatentschluß im Angestellten weckt, sondern auf andere Weise sein Einverständnis mit der bereits geplanten Tat zum Ausdruck bringt, kommt Beitragstäterschaft in der Form der psychischen Unterstützung in Frage. Wegen des Verzichts auf jegliche Akzessorietät ist diese Strafbarkeit des Unternehmers als Bestimmungs- oder Beitragstäter unabhängig davon, ob der Angestellte vorsätzlich, tatbestandsmäßig oder rechtswidrig handelt. Das Problem einer möglichen mittelbaren Täterschaft hinter dem volldeliktisch handelnden Täter, wie sie im deutschen Strafrecht seit neuerer Zeit auch für ein Handeln innerhalb geschäftlicher Organisationen diskutiert wird1214, stellt sich in Österreich nicht: Jeder, der einen anderen zu einer Tat bestimmt, ist Bestimmungstäter und damit Täter hinter dem Täter unabhängig davon, wie die Bezugstat des Haupttäters strafrechtlich zu erfassen ist1215.

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© Centaurus Verlag & Media UG 2002

Authors and Affiliations

  • Henrike Stein
    • 1
  1. 1.Amtsgericht KrefeldDeutschland

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