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Zusammenfassung

Die Frage, wo im Deliktsaufbau die Problematik von Täterschaft und Teilnahme einzuordnen ist, richtet sich in erster Linie nach der Abgrenzung zwischen diesen Beteiligungsformen1661. Da in Österreich und England von einer objektiven Abgrenzung zwischen Täterschaft und Teilname ausgegangen wird, ist diese Frage dem objektiven Unrechtstatbestand zugeordnet. Bereits dort entscheidet sich, welche Beteiligungsform vorliegt. Auch im deutschen Recht gehört die Problematik von Täterschaft und Teilnahme nach moderner Auffassung wegen der Vermischung objektiver und subjektiver Abgrenzungskriterien zum Tatbestand. Entsprechend wird auch in Spanien mit zunehmender Anerkennung der Lehre von der Tatherrschaft die Frage der Beteiligung bereits im Tatbestand gelöst. Lediglich in Frankreich werden grundsätzlich zunächst alle die Straftat konstituierenden (objektiven und subjektiven) Elemente untersucht, bevor auf einer weiteren Stufe im Deliktsaufbau die Frage der Beteiligungsform geklärt wird. Wenn jedoch die Zurechnung der Tatbeiträge anderer im Wege der Mit- oder der mittelbaren Täterschaft nötig ist, kann dieser Aufbau nicht konsequent durchgehalten werden, so daß in derartigen Fällen auch im französischen Strafrecht die Frage nach der Täterschaft vorgezogen wird.

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© Centaurus Verlag & Media UG 2002

Authors and Affiliations

  • Henrike Stein
    • 1
  1. 1.Amtsgericht KrefeldDeutschland

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