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Die Versöhnung von Offenbarung und Vernunft: Der Nutzen einer vernünftigen Religion

  • Elke Maar
Chapter
Part of the Bochumer Frühneuzeitstudien book series (BFS)

Zusammenfassung

Den Wochenschriftsautoren ist — und so verfahren sie mit allen Themenbereichen — eine theoretische Diskussion theologischer Inhalte fremd. Besonders in den Moralblättern der Hallenser Einflußsphäre wird in der Diskussion darüber, wie die Religion der Wochenschriftsleser beschaffen sein sollte, die Nähe pietistischen und aufklärerischen Gedankengutes deutlich: Wann immer die Moralblätter sich des Themas Religion annehmen, ist es nahezu unweigerlich verknüpft mit Ausführungen über die Vernunft. Rudolf Vierhaus, der die Gemeinsamkeiten zwischen Aufklärungsphilosophie und Pietismus unterstreicht, nennt die ‘vernünftige Religiosität’ eine Besonderheit der deutschen Aufklärung. Er schreibt, “daß in der deutschen protestantischen Aufklärung die Auseinandersetzungen mit der christlichen Verkündigung, das Bemühen um deren vernünftiges Verstehen eine zentrale Stellung eingenommen haben …”1 Dabei nehmen die Ausführungen zur Religion in den Hallenser Blättern zwar einen bedeutenden Umfang an, doch zeigt sich in der Umsetzung auch die Furcht der Autoren, ihre Leserschaft allzusehr mit trockener Materie zu überfrachten. Um dieses zu vermeiden, verbinden die Autoren ihre Darstellung religiöser Werte mit praktischen Überlegungen, in welcher Weise der Bürger zu diesen Werten erzogen werden könne. Zwar zeigt sich auch in den Habsburger Blättern der Anspruch, durch Aufklärungsideale das Bild einer zeitgemäßen Religiosität zu kreieren, doch ist die Beschäftigung mit Themen aus dem Bereich der Religion und Theologie insgesamt von deutlich geringerem Umfang als in den Hallenser Blättern. Nehmen die Blätter der Habsburger Monarchie Stellung zur Religion, geht diese Stellungnahme über die bloße Versicherung hinaus, daß die Religion wichtig sei. Sie äußern sich vielmehr pointiert über den Nutzen der Religion zum Zwecke politischer Bewußtseinsbildung.

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© Centaurus Verlag & Media UG 1995

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  • Elke Maar

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