Advertisement

Die Idee der Moralunterhaltung: Bildung durch Vergnügen

  • Elke Maar
Part of the Bochumer Frühneuzeitstudien book series (BFS)

Zusammenfassung

Die Einflüsse des aufkommenden Rationalismus, die Öffnung der protestantischpietistischen Theologie für rationale Argumente und schließlich der Einfluß der Aufklärung auf die Habsburger Monarchie haben die Anschauung und Bewertung von Vernunft und Individualität in den späten Moralischen Wochenschriften geprägt. Das Ineinanderübergehen der daraus abgeleiteten Werte kulminiert in dem Endzweck des erzieherischen Anspruchs der Wochenschriften, dem Ideal eines harmonischen Lebens. Dazu schreibt der Glückselige in seinem 109. Stück, das den Titel “Von dem harmonischen Leben” trägt:

“Ein harmonisches Leben besteht also aus einer völligen Uebereinstimmung der Vorzüge, der Rechte, der Gesetze, und der Pflichten.”

Die Verknüpfung von Vernunft und Individualität und der sich daraus ableitenden Verhaltensnormen sind damit auch notwendige Grundlage für das Bestreben der Moralblätter zu unterhalten, und zwar lehrreich und gleichzeitig erzieherisch zu unterhalten. Gewiß beruht die Betonung des Unterhaltungsaspektes der späten Moralschriften auf der Überzeugung, daß ‘der Mensch zum Vergnügen geboren ist’,1 doch bleibt die Skepsis groß, ob er diese schwierige Aufgabe auch bewältigen kann, denn, so erläutert der “glückselige” in seinem 110. Stück, “Die Kunst sich zu ergetzen”, spitzfindig:

“Es gibt also eine gewisse Wissenschaft des Vergnügens. Alle Menschen haben einen unwiderstehlichen Hang nach dem ersteren, aber nur wenige Vernunft und Tugend genug, das letztere weislich zu erwählen.”

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Centaurus Verlag & Media UG 1995

Authors and Affiliations

  • Elke Maar

There are no affiliations available

Personalised recommendations