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Der Moraljournalismus der Spätaufklärung: Die Blütezeit der Moralischen Wochenschriften

  • Elke Maar
Part of the Bochumer Frühneuzeitstudien book series (BFS)

Zusammenfassung

Die Pressefreiheit ist zur Glaubensfrage des 18. Jahrhunderts geworden.1 Im Umfeld von Aufklärung und Absolutismus gilt die Pressefreiheit als grundlegendes Menschenrecht: Sie sollte den Fluß der Informationen gewährleisten, die zur (Aus-)Bildung der individuellen Vernunft für notwendig erachtet wurden. Gleichzeitig aber wurde die staatliche Zensur nach wie vor als Kontrollinstanz akzeptiert oder sogar für unabdingbar gehalten, um staatsfeindliche Entgleisungen zu verhindern. Die berühmte Äußerung Friedrichs II.: “Die Gazetten, wenn sie interessant seyn solten, müssen nicht geniret werden”,2 prägte lange Zeit fälschlicherweise das Bild von der preußisch-liberalen Zensur.3 Ohne Frage aber war die Situation in Preußen insofern beruhigter, als die Zensur sich anders als in Österreich nicht hauptsächlich gegen äußere Bedrohungen wenden mußte. Nicht nur in Wien selbst, sondern vor allem in Böhmen richteten sich die scharfen Zensurbestimmungen gegen die protestantische Literatur und damit den Einfluß aus Preußen.4 In diesem Kontext machte die Wiener Zensurreform die Ausweitung des Moraljournalismus in der Monarchie überhaupt erst möglich, waren doch die Moralblätter zuvor wie auch andere Veröffentlichungen, die aus dem protestantischen Norden in die Habsburger Monarchie gekommen waren, Objekt der jesuitisch geleiteten Zensur. Eine solche zentrale und konstitutive Bedeutung für den Wochenschriftsjournalismus hat die Zensur bzw. deren Liberalisierung in Preußen an keiner Stelle gehabt.

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© Centaurus Verlag & Media UG 1995

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  • Elke Maar

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