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Zusammenfassung

Weitschweifig und langweilig, banal und abgedroschen und obendrein noch schulmeisterlich: So oder ähnlich lauten die hartnäckigen Vorurteile über das neue Genre in der Medienlandschaft des 18. Jahrhunderts, über die Moralischen Wochenschriften. Nicht ohne eine gewisse Portion intellektueller Arroganz spottet schon Gotthold Ephraim Lessing über die Moralblätter.1 Ihre Autoren kritisiert er scharf als Opportunisten, die beim Schreiben das Geld, nicht aber die Erkenntnis oder den literarischen Wert ihrer Produkte im Auge hätten.2 Er betrachtet die Moralischen Wochenschriften als schriftstellerisch und philosophisch minderwertige Elaborate.3 Die Vorstellung, die Moralblätter seien uninteressant und langweilig, ist bis heute Grund dafür, daß sie in der Forschung nur wenig Beachtung gefunden haben. Lessings Vorurteil spiegelt sich, kaum verändert, noch in der für die deutsche Zeitschriftengeschichte grundlegenden Studie Joachim Kirchners wider: Die Sittenschriften seien “Massenware”, die achtlos “auf den Markt geworfen wurde” und deren ‘Siegeszug für das gesamte Geistesleben des deutschen Volkes im 18. Jahrhundert im allgemeinen unfruchtbar blieb.’4

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© Centaurus Verlag & Media UG 1995

Authors and Affiliations

  • Elke Maar

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