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Die Situation bei der lokalen Arbeitslosigkeit anhand ausgewählter Gruppen: Arbeiter und Angestellte, „alte Kämpfer“, Frauen, Jugendliche

  • Claudia Brunner
Chapter
Part of the Reihe Geschichtswissenschaft book series (REIGE)

Zusammenfassung

In München mit seiner diversifizierten Wirtschaftsstruktur bildeten folgende Hauptgewerbe das Rückgrat des lokalen Wirtschaftslebens: die Bierbrauereien und Mälzereien, das grafische Gewerbe, die metallverarbeitende Industrie (Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau), das Bekleidungs- und Konfektionsgewerbe, die Holzindustrie (Schreinereien, Tischlereien, Möbelfabrikation), das Hotel-, Gast- und Schankwirtsgewerbe, das Handelsgewerbe, das Verkehrsgewerbe und das Bank-und Versicherungsgewerbe. Als Spezifikum der Münchner Wirtschaftsstruktur galt die Unterrepräsentanz von Großbetrieben, während Klein- und Mittelbetriebe als Fundament des alten Mittelstandes dominierten. Die Beschäftigungssituation war charakterisiert durch eine traditionell hohe saisonale Arbeitslosigkeit; hingegen milderte die im Vergleich zu den typischen Industriestädten diversifizierte Wirtschaft die konjunkturell bedingte Arbeitslosigkeit ab. Trotz des allgemeinen Trends zum Personalabbau, der während der Wirtschaftskrise im Baugewerbe, im Bekleidungsgewerbe und im Großhandel zu einer regelrechten Entlassungswelle führte, verzeichnete die Arbeitslosigkeit in der bayerischen Landeshauptstadt einen geringeren Anstieg als in den hochindustrialisierten Regionen des Deutschen Reichs mit ihrer einseitigen Wirtschaftsstruktur.

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Anmerkungen

  1. 2.
    Vgl. Bayerns Volk und Wirtschaft nach dem Stand der Jahre 1933 und 1934. Heft 123 der Beiträge zur Statistik Bayerns, hg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1935, S. 73 ff.Google Scholar
  2. Zu den statistischen Zahlen der aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung unterstützten Kurzarbeiter siehe Statistisches Jahrbuch Ihr das Deutsche Reich. Hg. vom Statistischen Reichsamt, 55. Jg. 1936, Berlin 1936, S. 324; 56. Jg. 1937, Berlin 1937, S. 336.Google Scholar
  3. Auf die reichsweite Zunahme der regulären Beschäftigung verweist auch Christoph Buchheim, Zur Natur des Wirtschaftsaufschwungs in der NS-Zeit, in: ders./Michael Hutter/Harold James (Hg.), Zerrissene Zwischenkriegszeit. Wirtschaftshistorische Beiträge. Knut Borchardt zum 65. Geburtstag, Baden-Baden 1994, S. 97–119, hier: S. 104.Google Scholar
  4. 9.
    Vgl. Schreiben des Präsidenten der Reichsanstalt an die Präsidenten der Landesarbeitsämter vom 27. November 1935. Stadtarchiv München. Bürgermeister und Rat 452/5. In Kassel besuchten Beschäftigte des Arbeitsamts zusammen mit Vertretern der NS-Gauleitung Firmen und übten auf sie massiven Druck zur Einstellung von „alten Kämpfern“ aus. Trotz dieser Maßnahme und des einsetzenden Konjunkturaufschwungs gelang es aber bis zum Juli 1936 nicht, sämtlichen „alten Kämpfern” geeignete Arbeitsplätze zu beschaffen, so daß wiederholt „Sonderaktionen“ durchgefahrt werden mußten.Google Scholar
  5. Vgl. Wilhelm Frenz/Jörg Kammler/Dietfrid Krause-Vilmar, Volksgemeinschaft und Volksfeinde. Kassel 1933–1945. Bd. 2: Studien, Fuldabrück 1987, S. 270.Google Scholar
  6. 12.
    Vgl. Rundschreiben des Stadtrats München mit Fragebogen vom 5. September 1934. Stadtarchiv München. Bürgermeister und Rat 271 /22.Google Scholar
  7. Zum Austausch junger Arbeitskräfte durch verheiratete ältere Familienvater siehe auch Schreiben des Arbeitsamts München vom 10. Juli 1934. Bayerisches Wirtschaftsarchiv. K 1 X 88. Während die Verwaltung intern noch die Weiterbeschäftigung ihrer jungen Arbeitnehmer prüfte, fanden zehn arbeitslose Saarländer als Arbeiter eine Anstellung in städtischen Diensten. Mit dieser propagandistisch verwerteten Aktion feierte München „den Sieg an der Saar“.Google Scholar
  8. Münchener Beobachter. Tägliches Beiblatt zum Völkischen Beobachter. Nr. 16 vom 16. Januar 1935.Google Scholar
  9. Zu einer ähnlichen Propagandaaktion der Stadtverwaltung Goslar siehe Herrmann, Vom Arbeitsmarkt, S. 124.Google Scholar
  10. 17.
    Vgl. Bayern im ersten Vierjahresplan. Denkschrift der Bayerischen Landesregierung zum 9. März 1937, München 1937, S. 389.Google Scholar
  11. 18.
    Vgl. Friedrich Syrup (Bearb. Otto Neuloh), Hundert Jahre Staatliche Sozialpolitik 1839–1939, Stuttgart 1957, S. 443.Google Scholar

Copyright information

© Centaurus Verlag & Media UG 1997

Authors and Affiliations

  • Claudia Brunner
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

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