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Das Sammel- und Spendenwesen als gesellschaftlicher und politischer Integrationsfaktor

  • Claudia Brunner
Chapter
Part of the Reihe Geschichtswissenschaft book series (REIGE)

Zusammenfassung

Das im Jahr 1930 auf Anregung der freien Wohlfahrtsverbände gegründete Winterhilfswerk verfolgte ursprünglich die karitative Zielsetzung, die vor allem in den Wintermonaten steigende Not der Arbeitslosen und sozial Schwachen durch Spenden der besser situierten Bevölkerung zu lindern. Nach 1933 gestalteten die Nationalsozialisten das Winterhilfswerk zu einer umfassenden Propagandaorganisation und einer ständigen Hilfseinrichtung um, die, am 1. Dezember 1936 gesetzlich fixiert, vom Reichsbeauftragten für das Winterhilfswerk geleitet wurde, der wiederum dem Reichspropagandaminister unterstand. Bereits diese Verknüpfung machte deutlich, daß das NS-Winterhilfswerk im Gegensatz zum Winterhilfswerk der Weimarer Zeit nicht den Charakter einer unabhängigen karitativen Hilfsorganisation hatte, sondern zur Indoktrination und Kontrolle der sozial schwachen Bevölkerungsschichten eingesetzt wurde. Trotz seiner demokratischen Ursprünge gelang es den Nationalsozialisten, das WHW als originäre NS-Organisation und institutionalisierten Ausdruck einer „neuen“ Sozialpolitik darzustellen und es für seine politisch-ideologischen Zielsetzungen zu nutzen.

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Copyright information

© Centaurus Verlag & Media UG 1997

Authors and Affiliations

  • Claudia Brunner
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

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