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Kommunale Sozialpolitik unter totalitären Vorzeichen: die Eliminierung von Wohlfahrtserwerbslosen und Fürsorgeempfängern

  • Claudia Brunner
Chapter
Part of the Reihe Geschichtswissenschaft book series (REIGE)

Zusammenfassung

Auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1932 war nahezu jeder dritte Münchner Bürger aufgrund einer akuten sozialen Notlage gezwungen, in irgendeiner Form auf Unterstützungsleistungen der kommunalen Wohlfahrtspflege zurückzugreifen. Während die Zahl der AVAVG-Leistungsempfänger, die Arbeitslosenoder Krisenunterstützung bezogen, wegen der restriktiven gesetzlichen Bestimmungen immer mehr zurückging, nahm die Zahl der von der öffentlichen Fürsorge betreuten Wohlfahrtserwerbslosen in besorgniserregender Weise zu. Diese Entwicklung führte zu einer kommunalen Finanzkrise, da die unaufhaltsam steigenden Wohlfahrtsausgaben den Gemeindeetat überbeanspruchten. Im Jahr 1931 wies der gesamte Ausgabenbedarf der Stadt München für die Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge in Höhe von rund zwölf Millionen RM einen haushaltsmäßig nicht abgedeckten Fehlbetrag von 2.400.000 RM auf, mit dem die Landeshauptstadt bayernweit an der Spitze stand. Aufgrund der prekären Haushaltslage konnte zeitweilig sogar die Liquidität der Stadthauptkasse nicht mehr garantiert werden. Die rasche Reduzierung der Sozialausgaben und die Suche nach Einsparungsmöglichkeiten im Bereich der Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge lagen daher im vitalen Interesse der Stadt München1.

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Copyright information

© Centaurus Verlag & Media UG 1997

Authors and Affiliations

  • Claudia Brunner
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

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