Typologische Verdichtung der Ergebnisse

Auszug

Die Analysen der Gruppendiskussionen mit Realgruppen männlicher Jugendlicher aus verschiedenen jugendkulturellen Szenen dienten zunächst der Rekonstruktion des Handelns der jungen Männer mit Medien, speziell mit den so genannten neuen Medien Computer und Internet. Des Weiteren standen die jeweiligen geschlechtshomogenen jugendkulturellen Szenen, die weitgehend den Rahmen der Freizeitgestaltung der Jugendlichen abstecken, im Mittelpunkt des Interesses. Die Typologie, die nun auf der Basis der empirisch generierten Ergebnisse erstellt wird, konzentriert sich auf den Bereich des Medienhandelns, bevor in Abschnitt 5.4 die Geschlechtshomogenität der jugendkulturellen Gruppierungen in die Betrachtung mit einbezogen wird.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 2.
    Dieser Hinweis zur Unterscheidung zwischen anonymen Formen und solchen, die sich von altbekannten Medien kaum unterscheiden, erscheint mir wichtig, da mir bei der Durchsicht von Publikationen zum Thema Chatten oftmals eine undifferenzierte Betrachtung des Phänomens Chat begegnete. Dienste des Instant Messaging und anonyme Web-Chats werden nicht selten unter dem Oberbegriff ‘Chats’ zusammengefasst, wobei weder die Anonymität als zentraler Unterscheidungsfaktor noch die damit möglicherweise einhergehende Präformierung der Kommunikationsabsichten der Nutzer Beachtung findet. Laut der JIM-Studie 2005 werden von den Jugendliche als wichtigste Motive für die Nutzung von Web-Chats genannt: 1. das Knüpfen neuer Kontakte, 2. Flirten, 3. allgemeine Konversation betreiben (vgl. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest 2005: 46f.). Vor allem bei den ersten beiden Punkten handelt es sich um Web-Chat-spezifische Motive.Google Scholar
  2. 3.
    „In agonalen Spielen können die Spieler ihr Interesse an Konkurrenz, am Sich-Durchsetzen, an Leistung, am Rekord, an Selbstbehauptung gegen andere ausleben. Ihnen werden Gelegenheiten angeboten, ihrem Spielsinn freien Lauf zu lassen, d. i. ihre Fähigkeit auszuspielen, sich in Konkurrenzsituationen zu behaupten, Kräfte gegen andere zu mobilisieren, Schwierigkeiten zu überwinden, Regeln zum eigenen Vorteil zu deuten“ (Gebauer/ Wulf 1998: 200; Herv. i. O.).Google Scholar
  3. 5.
    Gebhardt nennt als Beispiel für einen religiös-spirituellen Event den Katholischen Weltjugendtag, an dem junge Menschen teilnehmen, weil sie sich angesichts „einer zunehmend differenzierenden, ja partikularisierenden Welt“ (Gebhardt 2003: 12) nach situativen Vergemeinschaftungsformen sehnen (zum Phänomen der Weltjugendtage vgl. auch Ebertz 2000). Auch im Sommer 2005 konnte man den Event Weltjugendtag in seiner ganzen medialen Inszenierung mit dem Papst als’ superstar’ bestaunen.Google Scholar
  4. 11.
    King verweist in diesem Zusammenhang auf die Studie von Bohnsack (1989: 284; 294), in der dieser herausarbeitet, dass es gerade auch männliche Adoleszente sind, die deutlich später als weibliche Gleichaltrige konturierte Beziehungsvorstellungen entwickeln.Google Scholar
  5. 16.
    Vgl. die Inszenierungspraktiken der Jungen im Zusammenhang mit ihrem Coming Out (Abschnitt 4.6). Man kann hier von (un)doing sexual identity-Prozessen sprechen (vgl. zum Begriff des undoing sexual identity Maier 2004).Google Scholar
  6. 17.
    Zu Bewältigungsformen von Differenz-und Fremdheitserfahrungen beispielsweise bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund vgl. Nohl (2001).Google Scholar
  7. 20.
    Vgl. hierzu auch Connell (2000a: 74) und Thornton (1995: 91).Google Scholar
  8. 21.
    Homosozialität meint im Gegensatz zum Begriff der Geschlechtshomogenität nicht nur die physische Separierung eines exklusiv-männlichen Raums, sondern darüber hinaus auch die symbolische Dimension, dass „die Ausbildung moralischer Orientierungen, politischer Einstellungen sowie von Wertsystemen primär im wechselseitigen Austausch der Geschlechtsgenossen untereinander geschieht und daß die Geschlechtsgenossen sowohl die signifikanten als auch die generalisierten Anderen sind, an denen der einzelne Mann sich orientiert“ (Meuser 2003: 84).Google Scholar

Copyright information

© Deutscher Universitäts-Verlag | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2006

Personalised recommendations