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Leitbilder der Behindertenhilfe im Wandel

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Auszug

Wie die Überlegungen zum Terminus ≫Behinderung≪ deutlich gemacht haben, hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten das Verständnis des Begriffs grundsätzlich gewandelt. Dieser Prozess reflektiert die Veränderung des gesamten Rehabilitationssystems der letzten 50 Jahre. In diesem Zusammenhang wird häufig von einem Paradigmenwechsel gesprochen (siehe z.B. Hohmeier, Mennemann 1995), wobei sich die Frage stellt, ob davon im eigentlichen Wortsinn ausgegangen werden kann (vgl. Mand 2003,65). Die unreflektierte Verwendung des Begriffs Paradigma kann dazu fuhren, dass sich dieser nicht mehr mit dem Paradigmenbegriff seines Urhebers Kuhn (siehe 1988) deckt (vgl. Hillenbrand 1999). Die Verwendung des Terminus ist in den Rehabilitationswissenschaften nach wie vor strittig. Für die vorliegende Studie finden der Begriff und seine Ableitungen keine Verwendung. Unstrittig ist hingegen die Tatsache, dass ein Perspektivenwechsel in der Behindertenhilfe stattgefunden hat (vgl. Wacker 2003a, 94; Wacker, Wansing, Hölscher 2003,108). Dabei hat sich sowohl eine Veränderung der Eigensicht der Betroffenen vollzogen, als auch ein Wandel in der Blickrichtung der Menschen, die beruflich in den entsprechenden Systemen engagiert sind. Ihr professionelles Selbstverständnis und ihr Umgang mit den Personen, denen sie assistieren, ist kaum noch mit dem ihrer Kolleg(inn)en vor 50 Jahren vergleichbar. Neue Leitideen fuhren ebenso zu einem Umbau der Institutionen des Rehabilitationssystems (siehe Schädler 2002).

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© Deutscher Universitäts-Verlag | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2006

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