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Bedingungen der Entwicklung kultureller Einstellungen bei leitenden Mitarbeitern kommunaler Kulturverwaltungen aus kultursoziologischer Perspektive

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Auszug

Die Entwicklung kultureller Einstellungen und kultureller Präferenzen steht mit einer Vielzahl von Faktoren in Beziehung. Im Folgenden wird erläutert, inwieweit insbesondere soziale Aspekte im Zusammenhang mit kulturellen Einstellungen und Kulturpräferenzen stehen (Kapitel 3.1). Ausgangspunkt ist dabei die Frage nach der Bedeutung von kulturellen Einstellungen und kulturellen Präferenzen für den Identitatsbildungsprozess eines Individuums sowie für die Entstehung und Aufrechterhaltung sozialer Gruppen (Kapitel 3.1.1). Auf diese Überlegungen aufbauend wird unter Bezug auf verschiedene kultursoziologische Theorien sowie unter Berücksichtigung von Ergebnissen empirischer Untersuchungen dargestellt, inwieweit Sozialstrukturen in Wechselwirkung mit der Entwicklung von kulturellen Einstellungen und Präferenzen stehen können (Kapitel 3.1.2 und 3.1.3). Im Anschluss daran wird erörtert, welche Relevanz diese theoretischen Ausführungen und empirischen Befunde für die Untersuchung von kulturellen, kulturpolitischen und kulturmanagerialen Einstellungen von leitenden Mitarbeitern kommunaler Kulturverwaltungen haben (Kapitel 3.1.4). In Kapitel 3.2 werden daraufhin theoretische Überlegungen (Kapitel 3.2.1) und empirische Befunde (Kapitel 3.2.2) zu alters- und generationsspezifischen Entwicklungen kultureller Einstellungen vorgestellt und in Hinblick auf ihre Bedeutung für die Untersuchung erörtert. Inwiefern die Ausbildungs- bzw. Hochschulsozialisation in Zusammenhang mit der Entwicklung kultureller Einstellungen steht, wird in Kapitel 3.3 diskutiert. Auf die Möglichkeit von Zusammenhängen zwischen kulturellen Einstellungen und der Akzeptanz von Kulturmanagement wird in Kapitel 3.4 eingegangen.

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Literatur

  1. 16.
    Vgl. beispielsweise Glogner (2000, 2002a), Müller et al. (1999), Rhein (2000).Google Scholar
  2. 17.
    Vgl. zum Begriff der Intertextualität Mikos (1999: 6ff.).Google Scholar
  3. 18.
    Vgl. zur Frage gesellschaftlicher Individualisierungsprozesse auch Beck (1986).Google Scholar
  4. 19.
    Vgl. zur Differenzierung des Altersbegriffs auch Witte (1989: 234f.).Google Scholar
  5. 20.
    Vgl. speziell zur Entwicklung des Musikgeschmacks im Jugendalter die Längsschnittstudie Behnes (2002).Google Scholar
  6. 21.
    An dieser Stelle wird nicht weiter auf die zweite These Göschels eingegangen, nach der jede Generation zur Entwicklung ihres spezifischen Kulturverständnisses auf einen historischen Fundus von Ideen, Idealen oder Vorstellungen zurückgreift, „dem sie Elemente entnimmt und mit aktuellen Aspekten zu Formen der Moderne verbindet“ (Göschel 1991: 8). Dies habe zur Konsequenz, dass — wenn auch keine der beschriebe-nen Generationen ein historisches Vorbild nachahmt — „doch Geschichte in neuer ‚Ungleichzeitigkeit ‘immer präsent in den Vorstellungen der zeitgenössischen Menschen“ ist (Göschel 1991: 9).Google Scholar
  7. 22.
    Vgl. in diesem Zusammenhang auch die Beschreibung der „Generation Golf“ von lilies (2000), die zwar nicht den Anspruch der Wissenschaftlichkeit hat, gleichwohl aber aus Sicht des Autors — als Angehöriger der 1970er-Jahrgange — in weiten Teilen sehr zutreffend ist.Google Scholar
  8. 23.
    Vgl. zur objektiven und subjektiven Modernisierung Hradil (1992, 1995).Google Scholar
  9. 24.
    Vgl. zu weiteren historischpolitischen Begründungen für die Einstellungsdifferenzen zwischen Ost und West Göschel (1992).Google Scholar
  10. 25.
    Vgl. zum Problem der Bildung von DDR-bzw. ostdeutschen Generationen Göschel (1999: 28ff.).Google Scholar
  11. 26.
    Verwiesen sei in diesem Zusammenhang auch auf korrespondierende Befunde der empirischen Lebensstilforschung, nach denen in Ostdeutschland Lebensstile stärker bezogen sind auf die Familie, das Arbeitsleben und den häuslichen Umkreis, während Lebensstile in Westdeutschland stärker in öffentlichen Räumen sichtbar sind und größeren Wohlstand, höhere Freizeit-und Genussorientierung sowie mehr freie Zeit zum Ausdruck bringen (Spellerberg 1996: 171).Google Scholar
  12. 27.
    Vgl. zur Herausbildung einer ostdeutschen Teilkultur Mühlberg (2001) sowie zu Distanzierungen zwischen Ost-und Westdeutschen Agoff (2002).Google Scholar
  13. 28.
    Vgl. die amtlichen Endergebnisse von Kommunal-, Landtags-und Bundestagswahlen seit 1949:-Baden-Wurttemberg: www.statistik.badenwuerttemberg.deAVahlen/Landesdaten/#kZR (13.07.2004).-Nordrhein-Westfalen: www.wahlen.lds.nrw.de (13.07.2004).Google Scholar
  14. 29.
    Vgl. zu möglichen Verschiebungen in der Generationsverteilung leitender Mitarbeiter kommunaler Kulturverwaltungen auch Bandelow (1997: 69).Google Scholar
  15. 30.
    Lediglich Klages und Schäfer verweisen darauf, dass Spannungen zwischen Fach-und Verwaltungskräften in Kulturverwaltungen mit unterschiedlichen Berufssozialisationen und der damit einhergehenden Herausbildung spezifischer Einstellungen zusammenhängen (Klages/ Schäfer 1983: 13).Google Scholar
  16. 31.
    Die Untersuchung „Führungspositionen in den Stadtverwaltungen“ (Deutscher Städtetag 1994) konzentriert sich auf die Frage nach dem Beschäftigtenanteil von Frauen in Stadtverwaltungen.Google Scholar
  17. 33.
    Verwiesen sei in diesem Zusammenhang auf eine Studie des Zentrums für Theaterforschung der Universität Hamburg, die — in Bezug auf Theatermacher — im Jahr 1987 zu dem Ergebnis kommt: „‚Marketing ‘ist für viele Theatermacher noch immer ein negativ besetztes Reizwort“ (Müller-Wesemann 1992: 5).Google Scholar

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