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Auszug

Ein zentrales Thema der Managementliteratur bildet die Auseinandersetzung mit dem Unternehmenswandel. Dabei steht die strategische Neuausrichtung eines Unternehmens im Vordergrund. Dessen Erfolgsposition wird neu definiert und die Erfolgspotentiale, welche die Basis dieser Erfolgsposition darstellen, werden umgestaltet.1 Diese Umgestaltung von Positionen und Potentialen kann neben Akquisitionen auch Desinvestitionen erfordern. So plant der kanadische Informationsdienstleister Thomson die Finanzierung der Akquisition der britischen Nachrichtenagentur Reuters durch den Verkauf seines Lehrbuchgeschäfts mit dem Ziel, sich auf das Angebot von Börsendaten und -nachrichten zu konzentrieren.2 Der Industriegasekonzern Linde veräußerte Ende 2006 zur Refinanzierung der Akquisition der britischen BOC Group seine Gabelstaplersparte als KION Group an KKR und Goldman Sachs. Zudem konnte durch den Verkauf weiterer größerer Beteiligungen ein wesentlicher Beitrag zum Schuldenabbau geleistet werden.3 Auch bei der Veräußerung der Dial-Lebensmittelsparte in den USA durch Henkel kann die Refinanzierung des von Procter & Gamble akquirierten Deodorant-Geschäfts als Motiv erachtet werden.4 Während die von Infineon geplante Reduktion des 85,9 %-Anteils an dem Speicherchipunternehmen Qimonda auf eine Minderheitsbeteiligung die Trennung von einer gewinnbringenden Tochtergesellschaft bedeutet,5 können Desinvestitionen umgekehrt dem Abstoßen unrentabler Unternehmensbereiche dienen. Exemplarisch können an dieser Stelle der umstrittene Verkauf der defizitären Mobilfunksparte von Siemens an den taiwanesischen Konzern BenQ oder der Verkauf der Großanlagenbautochter Lurgi durch die Gea Group genannt werden.6 Die erwähnten Beispiele verdeutlichen neben der Relevanz der Desinvestitionsthematik auch die Vielzahl von Motiven für derartige Transaktionen.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. Krüger, W. (2006).Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. van Duyn, A./ Terazono, E. (2007), S. 9.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. o.V. (2007a), S. 12. Vgl. auch die Ad-hoc-Mitteilung der Linde AG vom 05.11.2006.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. o.V. (2006), S. 13.Google Scholar
  5. 6.
    Vgl. Deckstein, D. et al. (2007), S. 90ff.; o.V. (2007b), S. 9.Google Scholar
  6. 7.
    Vgl. o.V. (2007c), o.S.Google Scholar
  7. 9.
    Die Vertreter der Interfinanz GmbH & Co. KG, eine auf den Kauf und Verkauf von Unternehmen spezialisierte Gruppe, sprechen von einer Rezession des deutschen M&A-Markts für 2003. Sowohl die Transaktionsvolumina als auch die Zahl der Verkäufe seien um 20 bis 30 % gegenüber dem ohnehin schwachen Jahr 2002 rückläufig. Vgl. o.V. (2003), S. 14.Google Scholar
  8. 10.
    Vgl. Finance-Studien (2003), S. 5.Google Scholar
  9. 11.
    Vgl. ähnlich zur Bedeutung von Restrukturierungen Achleitner, A.-K./ Wahl, S. (2003), S. 3.Google Scholar
  10. 13.
    Zur Kritik an der Identifikation von Forschungsdefiziten auf dem Gebiet der Desinvestitionsforschung vgl. Friedrich von den Eichen, S. A. (2002), S. 25f. Er stellt fest, dass empirische Arbeiten im deutschsprachigen Schrifttum selten sind.Google Scholar
  11. 14.
    Blumentritt, J. (1993), S. 28.Google Scholar
  12. 15.
    Vgl. Blumentritt, J. (1993), S. 28f. und die dort angegebene Literatur.Google Scholar
  13. 16.
    Vgl. Blumentritt, J. (1993), S. 31f.Google Scholar
  14. 17.
    Blumentritt, J. (1993), S. 32.Google Scholar
  15. 18.
    Vgl. Rechsteiner, U. (1994), S. 2f.; vgl. auch Hayes, R. H. (1972), S. 56.Google Scholar
  16. 19.
    Vgl. hierzu Friedrich von den Eichen, S. A. (2002), S. 26; Rechsteiner, U. (1994), S. 2; Blumentritt, J. (1993), S. 32.Google Scholar
  17. 20.
    Vgl. z.B. das Konzept von Krüger, W. (2006a) sowie (2000b).Google Scholar
  18. 21.
    Vgl. Blumentritt, J. (1993), S. 28f.; Friedrich von den Eichen, S. A. (2002), S. 17.Google Scholar
  19. 22.
    So verweist Friedrich von den Eichen, S. A. (2002), S. 25f. auf die Errichtung von Forschungsbarrieren durch die Stigmatisierung von Rückzügen.Google Scholar
  20. 23.
    Vgl. zur Strategie angewandter Forschung Ulrich, H. (1984), S. 192ff.Google Scholar
  21. 24.
    Vgl. Jansen, A. (1986), S. 45.Google Scholar
  22. 25.
    Vgl. z.B. Rechsteiner, U. (1994), S. 10f.Google Scholar
  23. 26.
    Vgl. Rechsteiner, U. (1993), S. 29 sowie die dort angegebene Literatur. Vgl. ebenso Bartsch, D. (2005), S. 3, der sich auf Rechsteiner bezieht und in Erweiterung die empirisch-explikativ ausgerichtete Kapitalmarktforschung in diese Auflistung einbezieht.Google Scholar
  24. 27.
    Vgl. Jansen, A. (1986), siehe zur Begründung des methodischen und theoretischen Standpunktes insbesondere S. 50ff. Mit der Desinvestitionsplanung setzte sich bereits Wöhler, H. (1981) auseinander, allerdings mit einem abweichenden Begriffsverständnis von Desinvestitionen.Google Scholar
  25. 28.
    Vgl. z.B. Dohm, L. (1989), der sich der Feldforschung zur Hypothesenbildung bedient; Thissen, S. (2000), deren theoretische Überlegungen durch die Ergebnisse aus Experteninterviews flankiert werden; Weiher, G. (1996), deren Forschungsstrategie ebenfalls auf den Entdeckungszusammenhang gerichtet ist. Jansen, A. (1986), S. 54 unterscheidet nach Kubicek (1977), S. 6ff. neben der Forschungsstrategie zur Erkenntnissicherung durch empirische Prüfung von Hypothesen die Erkenntnisgewinnung durch empirisch gestützte Konstruktion.Google Scholar
  26. 29.
    Vgl. Friedrich von den Eichen, S. A. (2002), S. 24.Google Scholar
  27. 30.
    Vgl. z.B. Löffler, Y. (2001); Stienemann, M. (2003); Bartsch, D. (2005) sowie Bartsch, D./Börner, C. J. (2007); Nicolai, A. T./Thomas, W. T. (2006). Vgl. z.B. Vest, P. (1995), dessen empirische Untersuchung in Form strukturierter Gespräche letztlich nur 28 auswertbare Unternehmen ergibt und eher dem Bereich der empirisch-deskriptiven Forschung zuzuordnen ist.Google Scholar
  28. 32.
    Bartsch, D./ Börner, C. J. (2007), S. 3 sprechen von einer zufrieden stellenden Dokumentation der Kapital-marktwirkung von Desinvestitionen.Google Scholar
  29. 33.
    Vgl. z.B. Güttler, A. (2005). Siehe auch die Darstellung der Ergebnisse dieser Studien in Teil E.II.2.2.Google Scholar
  30. 34.
    Friedrich von den Eichen, S. A. (2002), S. 29 verweist darauf, dass der Hinweis auf eine positive Kapital-marktreaktion isoliert betrachtet noch keine Erklärung der Bedingungen einer solchen Bewertung liefere.Google Scholar
  31. 35.
    Vgl. Bartsch, D. (2005), S. 3f. sowie Bartsch, D./Börner, C. J. (2007), S. 3.Google Scholar
  32. 37.
    Weiher, G. C. (1996) entwickelt in ihrer konzeptionellen Arbeit ein situatives Desinvestitionsmodell.Google Scholar
  33. 38.
    Thissen, S. (2000), S. 7.Google Scholar
  34. 39.
    Vgl. Thissen, S. (2000), S. 4 und S. 7.Google Scholar
  35. 40.
    Vgl. zu Wandel in Turnaround-und Krisensituationen Krüger, W. (2006b), S. 59.Google Scholar
  36. 41.
    Friedrich von den Eichen, S. A. (2002), S. 7.Google Scholar
  37. 42.
    Friedrich von den Eichen, S. A. (2002), S. 17.Google Scholar
  38. 45.
    Nicolai, T./ Thomas, T. W. (2006), S. 56.Google Scholar
  39. 46.
    Bartsch, D. (2005), S. 2.Google Scholar
  40. 47.
    Zum kritischen Rationalismus vgl. Popper, K. R. (1989).Google Scholar
  41. 48.
    Vgl. hierzu die bei Chmielewicz, K. (1994), S. 142ff. dargestellte Unterscheidung zwischen der Scheinwerfertheorie und der Kübeltheorie bei Popper, K. R. (1969); Schanz, G. (1975), S. 801ff. unterscheidet in diesem Kontext zwischen Empirismus 1 und Empirismus 2, wobei dem Empirismus 1 ein Theoriedefizit anhaftet.Google Scholar
  42. 49.
    Witte, E. (1974), Sp. 1274f.Google Scholar
  43. 50.
    Chmielewicz, K. (1994), S. 142.Google Scholar
  44. 51.
    Vgl. Chmielewicz, K. (1994), S. 135 und 142. Siehe zur Bedeutung empirischer Forschung in der Betriebswirtschaftslehre Witte, E. (1977) sowie Witte, E. (1974).Google Scholar

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