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Die Kombilohndiskussion in Deutschland

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Auszug

Kombilohn ist nicht gleich Kombilohn! Hinter diesem schillernden Begriff verbergen sich ganz unterschiedliche Konzepte: Staatliche Zuschüsse an Arbeitnehmer (im Rahmen oder außerhalb des Grundsicherungssystems Arbeitslosengeld II), aber auch staatliche Zuschüsse an Arbeitgeber (zeitlich unbefristet oder befristet). Interessierte Leser sind gezwungen, genau hinzusehen und zu fragen: Welcher Kombilohn ist gemeint? Hierzu liefert dieser Beitrag wichtige Orientierung.

Zunächst werden die zentralen Fallen aufgezeigt, die bei der Implementierung eines Kombilohnes zu beachten sind. Hierzu zählen die Arbeitslosenfalle, die Minijob- und Teilzeitjobfalle, die Working Poor Falle, die „Bad Job Falle“ sowie die Erwerbsunfähigkeitsfalle. Weiterhin werden die wichtigsten sechs Reformvorschläge der deutschen Kombilohn-Diskussion dargestellt und kritisch diskutiert. Es zeigt sich, dass nicht alle Wirkungen der verschiedenen Kombilohnvarianten empirisch abgeschätzt werden können — eine Restunsicherheit verbleibt für die Politik. Am wirkungsvollsten dürfte eine Kombination an positiv evaluierten Workfare- und Kombilohnelementen sein, wenn das bestehende Grundsicherungsniveau nicht abgesenkt werden soll. Anders formuliert: Die staatliche Grundsicherung wird eng mit der Arbeitspflicht verknüpft, Einkommenszuschüsse für Grundsicherungsbezieher werden zeitlich befristet an Arbeitnehmer und/oder Arbeitgeber gezahlt.

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Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

Authors and Affiliations

  1. 1.Randstad DeutschlandDeutschland

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