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Berufe als Informationsgrundlage für die Personalvermittlung

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Auszug

Ein gleichzeitig hohes Niveau von Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage kann in vielen Ländern beobachtet werden. Dies ist neben einem qualitativen Mismatch dadurch erklärbar, dass Informationsdefizite beseitigt sowie regionale und zeitliche Barrieren überwunden werden müssen, um beide Marktseiten zusammenführen zu können. Nach einer allgemeinen Beschreibung von für die Personalvermittlung notwendigen Informationen und deren Kategorien wird auf das Berufskonzept fokussiert, da es offensichtlich eine Möglichkeit bietet, bestimmte Einzeltätigkeiten zu Tätigkeitsmustern zusammenzufassen, die in verschiedenen Betrieben oder Betriebsteilen zu finden sind. Damit scheint es eine nützliche Informationsgrundlage für die Personalvermittlung und -disposition zu sein. Nach der Vorstellung des Berufskonzeptes werden Entwicklungslinien diskutiert, die das Berufskonzept „entwerten“ und es wird mit einer Alternative — dem Kompetenzkonzept — verglichen. Es lässt sich schlussfolgern, dass das Berufskonzept und seine daraus entstandenen Klassifizierungen allein nicht hinreichend sind, um bestimmte relevante Arbeitsmarktausschnitte für Zwecke der Vermittlung von Personal zu analysieren. Insbesondere fehlen in den Klassifizierungen Informationen zu weiteren wichtigen Strukturmerkmalen des Arbeitsmarktes. Im Weiteren wird deshalb eine „gedankliche“ Teilung des Arbeitsmarktes vorgeschlagen, die der Segmentationstheorie folgt und bei der die Segmente unter anderem nach der Substituierbarkeit und Durchlässigkeit bestimmter Berufe und Tätigkeitsmuster unterschieden werden. Mit dieser „Strukturschablone“ versehen könnten internationale und nationale Berufsklassifizierungen geeignete Informationsgrundlagen für die Personalvermittlung darstellen. Diese werden abschließend kurz vorgestellt, verglichen und bewertet.

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© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Arbeitsmarkt- und BerufsforschungBundesagentur für ArbeitDeutschland

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