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Was ist Alter?

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Auszug

In vielen Kulturen der Welt sind die Älteren als die Entscheidungsinstanz anerkannt und sehr geschätzt. Alter ist ein extrem relativer Begriff. 90-Jährige können sich noch richtig jung fühlen und jung sein, während junge Menschen mit 20, 30, 40 oder 50, die pessimistisch oder konservativ in ihrem Denken sind und in der Retrospektive leben, schon sehr alt sein, sich alt geben oder alt aussehen können. Es gibt 50-Jährige, die bereits völlig neben ihrem Leben stehen und 80-Jährige, die vor Lebensfreude nur so strotzen. Manche sagen resignativ: „Mit 50 geht es halt nicht mehr aufwärts.“ Weit gefehlt! Die Autorin und Psychologin Betty Friedan, die mit 72 Jahren ihr Buch Mythos Alter verfasst hat, macht alternden Menschen Hoffnung. Sie hat herausgefunden, dass der Irrglaube vom programmierten Verfall auf Forschungen beruht, die vor einem halben Jahrhundert an alten Männern in geschlossenen Heimen gemacht wurden. Jüngere Forschungen zeigten ein ganz anderes Bild vom Altern, der Leistungsverfall im Alter werde überschätzt: „Nichts ist programmiert, es kommt darauf an, was wir tun oder lassen — und was die Gesellschaft uns tun lässt.“ (Betty Friedan, Mythos Alter, 1996). Im Original heißt ihr Buch The Fountain of Age, was man mit „Altbrunnen“ übersetzen könnte. Während der „Alterswahn“ uns daran hindere, die Realität eines vollen Lebensdrittels zu sehen („Wir klammern uns an die Jugend und verleugnen das Alter“) bedeute Altern in Wirklichkeit ein ständiges Wachstum. Vorausgesetzt, man lerne das Alter nicht mehr zu verleugnen, sondern es zu akzeptieren als eine Zeit mit neuen Chancen. „Das Alter als Abenteuer“ lautet auch ein Kapitel in ihrem Buch.

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© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2007

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