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Zinslücke und Kapazitätseffekt

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Zusammenfassung

Wie in Kapitel 1.1 bereits angesprochen, werden Veränderungen des Produktionspotenzials oftmals mit dem langfristigen realwirtschaftlichen Entwicklungspfad einer Ökonomie in Verbindung gebracht. Das Produktionspotenzial wird dabei zumeist als unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung angesehen. Damit einher geht die Vorstellung, dass geldpolitische Impulse in der langen Frist realwirtschaftlich neutral bleiben. Auch im neukeynesianischen Ansatz hängen die langfristigen Implikationen stabilitätspolitischer Maßnahmen von den Eigenschaften der dem Modellkontext zugrunde liegenden Gleichgewichtsgrößen ab, die oftmals als langfristige Bezugspunkte für die Entwicklung der Makrovariablen interpretiert werden. Ein Verzicht auf die - in der gegenwärtigen konjunkturtheoretischen Modellanalyse oftmals anzutreffende - Abstraktion von nachfrageinduzierten Kapazitätsanpassungen kann dabei jedoch die stabilitätstheoretischen Implikationen in Bezug auf die Fristigkeit realwirtschaftlicher Konsequenzen zinspolitischer (Nachfrage-)Impulse verändern. Beispielsweise kann für die Berücksichtigung von Kapazitätseffekten eine Reihe von Argumenten angeführt werden, die im Gegensatz zum Theorierahmen des Modern View gerade auf Anhaltspunkte zur Diskussion einer endogenen Potenzialentwicklung hinweisen. Anknüpfungspunkte einer langfristigen geldpolitischen Nichtneutralität finden sich dabei bereits in der Weiterentwicklung von Wicksells kumulativem Prozess durch Lindahl (1930) sowie in den Beiträgen postkeynesianischer Ökonomen.

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