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Portfoliotheorie

  • Thomas MüllerEmail author
Chapter
Part of the Studienbücher Wirtschaftsmathematik book series (SWM)

Zusammenfassung

Die Portfoliotheorie von Harry Markowitz hat Theorie und Praxis der Kapitalanlagestrategien revolutioniert. Man kann sich die Frage stellen, warum diese Theorie auf so fruchtbaren Boden gefallen ist. Hier einige Gedanken dazu:

I. Die strategische Asset allocation, d.h. in welche Anlagekategorien investiert werden soll, stellt eine ganz zentrale Frage sowohl bei Unternehmen, als auch in der Beratung von Privatanlegern dar. Eine wissenschaftlich fundierte Antwort auf eine so wichtige Frage konnte schlecht ignoriert werden. So konnten sich die Anlageexperten auf ein nach „best-practice“ ausgerichtetes Verfahren bei der Anlagestrategie stützen und sich bei ungünstigen Entwicklungen auf die Unzulänglichkeiten einer Theorie berufen, die weltweit anerkannt war und mit der höchsten wissenschaftlichen Auszeichnung, dem Nobelpreis im Jahr 1990, geadelt wurde.

II. Es wurde dazu eine klare, einleuchtende, mathematisch fundierte Theorie entwickelt. Diese fußt auf den hier bisher betrachteten Risikobegriffen, welche, ausgehend von der Kovarianz von Zufallsvariablen, als Zielfunktion die Varianz und schließlich die Standardabweichung als Wurzel der Varianz haben und die es unter geeigneten Randbedingungen, nämlich bei möglichst hoher Rendite, zu minimieren gilt.

III. Die Theorie ließ viel Spielraum zur Kalibrierung: Auf welchen Zeitraum sollte man die empirische Messung abstellen? Diese Frage stellt sich besonders bei den erwarteten Renditen, aber auch bei der Messung des Risikos der Anlagemöglichkeiten (Volatilität) oder ihrer Korrelation zueinander. Denkbar sind hier Monate, Jahre oder gar Jahrzehnte.

IV. Der Siegeszug der Portfoliotheorie wurde von der generellen Meinung, riskante Anlagen hätten im Mittel deutlich höhere Renditen, begleitet, wie empirische Untersuchungen besagten. Diese beriefen sich darauf, dass über Zeiträume von deutlich über 50 Jahren die riskanteren Aktienanlagen immer höhere Renditen als weniger riskante Anleihen erbrachten.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2013

Authors and Affiliations

  1. 1.BaselSchweiz

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