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Media in morte – Grenzgänge Johann Sebastian Bachs am Ende seines Lebens

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Zusammenfassung

„Das Ende“, so überschreibt Christoph Wolff (2009a, S. 483 ff.) seine Darstellung von Johann Sebastian Bachs letztem Lebensjahr. Er leitet diese Darstellung mit der Schilderung eines Ereignisses ein, das uns vor Augen führt, wie lange auch damals schon der „soziale Tod“ – also das Ausgegliedert-Werden aus sozialen Netzwerken und sozialen Bezügen – dem „biologischen Tod“ – also dem Ableben des Menschen – vorausgehen konnte: Am 2. Juni 1749, mehr als ein Jahr vor Johann Sebastian Bachs Tod, richtete der sächsische Premierminister Heinrich von Brühl einen Brief an den Leipziger Bürgermeister Jacob Born. In ihm brachte er seine Erwartung zum Ausdruck, dass der Direktor seiner Privatkapelle, Gottlieb Harrer, „bey sich dereinst ereignenden Abgang Herrn Bachs“ (Bach-Dokumente II, Nr. 583) als Nachfolger des Thomaskantors in Betracht gezogen werde. Dabei drängte der Premierminister in seinem Brief darauf, dass Gottlieb Harrer möglichst rasch zu einer Kantoratsprobe eingeladen und danach zum neuen Thomaskantor bestellt würde:

"Da nun derselbe eine Probe-Music von seiner Composition daselbst aufzuführen, und dadurch seine habilité in derMusic zu zeigen willens ist; So habe Ew: Hoch-Edelgebohrnen hiedurch bestens ersuchen wollen, bemeldeten Harrer nicht nur hierzu die Erlaubniß zu ertheilen, sondern auch sonst zu Erlangung seines Endzweckes allen gültigen Vorschub zu thun (Bach-Dokumente

II, Nr. 583).

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013

Authors and Affiliations

  1. 1.Universität HeidelbergHeidelbergDeutschland

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