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Zerebrale Kinderlähmung

  • Julius Zappert

Zusammenfassung

Die Bezeichnung zerebrale Kinderlähmung ist — ähnlich etwa jene des Hydrozephalus — ein klinischer Sammelname. Sie bedeutet lediglich einen Endzustand nach einer Gehirnschädigung, bei dem die Motorik der Extremitäten gestört ist. Das Wesentliche ist einerseits die Heilung mit Defekt, welche ein Fortschreiten des Hirnprozesses ausschließt, anderseits das Vorhandensein von Bewegungsstörungen im Bereiche der Extremitäten. Wenn wir noch hinzufügen, daß es sich um Zustände handelt, die entweder angeboren oder im frühen Kindesalter entstanden sind, so ist damit der Begriff der zerebralen Kinderlähmung genügend scharf umgrenzt. Man könnte sagen, daß eine solche Auffassung einer Krankheit nicht mehr unseren heutigen Grundsätzen entspreche, da wir ja gewohnt sind, auch bei Restzuständen einer Krankheit diese selbst zu diagnostizieren; wir wären also verpflichtet, statt von zerebraler Kinderlähmung etwa von fötaler Mikrozephalie, von geburtstraumatischer Porenzephalie, von postenzephalitischer Hemiplegie u. dgl. zu sprechen. Das ist aber nicht möglich, denn die Restzustände, wie wir sie vor uns haben, lassen die Art ihrer Entstehung nicht mehr erkennen und die Anamnesen sind zuweilen unsicher und uncharakteristisch. Die Bezeichnung zerebrale Kinderlähmung ließe erwarten, daß ebenso wie bei der spinalen Kinderlähmung das Symptom der Lähmung im Vordergrunde der Krankheitszeichen stünde.

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© Julius Springer in Vienna 1933

Authors and Affiliations

  • Julius Zappert

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