Advertisement

Die Metamorphose der Mineralien und Gesteine

  • Felix Machatschki

Zusammenfassung

Wie einleitend bemerkt, versteht man unter Kontaktmetamorphose im weitesten Sinne alle Umbildungen in Struktur und Mineralbestand, die schon verfestigte magmatische oder sedimentäre Gesteine erleiden, soferne derartige Umbildungen irgendwie unter dem Einfluß von Schmelzflußmassen oder deren Restlösungen erfolgen; an derartigen Umbildungen haben folgende Umstände, die in der Natur in der verschiedensten Weise miteinander verbunden sein können, Anteil:
  1. 1.

    Rein thermische Beeinflussung (Pyrometamorphose); auf sie reagieren besonders die an der Oberfläche bei tieferen Temperaturen gebildeten Sedimente; sie führt vor allem zur Bildung von wasserfreien Mineralien an Stelle von wasserhaltigen, zur Frittung der Gesteine und wirkt sich sonst oft rein in einer Kornvergrößerung aus, ruft aber auch Reaktionen besonders zwischen den Bestandteilen von Sedimenten hervor, die unter den Temperaturbedingungen der Erdoberfläche ohne weiteres nebeneinander existieren können; so reagieren z. B. Kieselsäure und Karbonate der Sedimente bei Einwirkung höherer Temperaturen unter Bildung von verschiedenen Calcium- und Magnesiumsilikaten.

     
  2. 2.

    Eindringen von liquidmagmatischen und liquidmagmatisch-pneumatolytischen Schmelzen in die benachbarten, schon verfestigten Gesteine, besonders entlang von Klüften und Schichtflächen in diesen (Injektionsmetamorphose). Sie wirkt sich in allen tbergängen von einer grobgangförmigen Durchdringung bis zur feinsten Durchaderung und schließlich vollkommenen Verschmelzung der einander fremden Gesteinsmassen aus (z. B. Adergneise oder Arterite, Injektionsgneise → Mischgesteine = Migmatite).

     
  3. 3.

    Vor allem tonige und sandige Sedimente können durch pneumatolytische bis hydrothermale Restlösungen der verschiedensten Art weitestgehend imprägniert werden (Imprägnationsmetamorphose; z. B. viele Imprägnationserze).

     
  4. 4.

    Besonders karbonatische Sedimente werden von eindringenden, pneumatolytischen bis hydrothermalen Restlösungen durch Ionenaustausch oder mehr oder weniger weitgehende Weglösung weitestgehend umgewandelt (Verdrängungsmetamorphose oder Metasomatose; z. B. metasomatische Spateisenstein-, Magnesit- und Bleizink-Lagerstätten).

     

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1953

Authors and Affiliations

  • Felix Machatschki
    • 1
  1. 1.Universität WienWienÖsterreich

Personalised recommendations