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Verwitterungs- und Sedimentationsmineralien

  • Felix Machatschki

Zusammenfassung

Unter dem Einfluß der an der Erdoberfläche wirksamen, mannigfaltigen Faktoren verfallen die Gesteine und Mineralien der Zersetzung, die man allgemein als Verwitterung bezeichnet. Physikalisch-klimatische Faktoren führen einmal zu einer Auflockerung der festen Gesteinsverbände und so schließlich zur Überführung derselben in den lockeren, groben Gesteinsschutt und schließlich in den feinkörnigen bis pulverigen Gesteinsgrus. Der Transport des eckigen Gesteinsschuttmateriales durch Abrutschen von den Bergen und durch die Mitwirkung der Oberflächenwässer, aber auch der Gletscher und des Windes, führt zu einer zunehmenden Rundung und Verkleinerung der Teilchen und zu ihrer Überführung in Schotter (Teilchengröße. über 1 cm), Kies (Teilchengröße 1–10 mm), Sand (Teilchengröße 0.1–1 mm) und Schlamm (Teilchengröße unter 0.1 mm). Während des Transportes werden die Teilchen nach ihrer Größe, Gestalt und ihrem spezifischen Gewicht sortiert. Dies führt zu einer Sonderung der chemisch und mechanisch widerstandsfähigen, spezifisch schweren Bestandteile von den weniger widerstandsfähigen und spezifisch leichteren, ebenso zu einer Sonderung der kugeligen Teilchen von den flachschuppigen; durch diese Vorgänge allein treten im Zuge der Verwitterung und des anschließenden Transportes schon weitgehende Stoffsonderungen und Stoffkonzentrationen ein, insofern als Mineralien, die ursprünglich in den magmatischen Gesteinen vereinigt waren, mehr oder weniger vollständig voneinander getrennt werden, wie überhaupt die Natur, die besonders bei den hochtemperierten Kristailisationen aus dem Schmelzfluß viel stofflich Verschiedenes unter kristallchemisohen Gesichtspunkten zusammenwirft (man beachte besonders die früher immer wieder erwähnten, oft hoch komplizierten Mischkristallbildungen), im Verwitterungswege sich analytisch betätigt und chemisch einfach zusammengesetzte Stoffaggregationen von oft hohem Reinheitsgrad bildet; so kann z. B. der Quarz auf diese Weise in äußerst reiner Form als Quarzsand angesammelt werden, ebenso können sehr reine Ansammlungen von wasserreichen Tonsilikaten und vielen anderen Mineralsubstanzen im Verwitterungswege entstehen; andererseits werden z. B. in den mannigfaltigen Seifen, meist neben Quarzsand, widerstandsfähige, körnige, spezifisch schwere, wertvolle Mineralien in im Vergleich zu den ursprünglichen Gesteinen oft sehr bedeutenden und damit erst ausheutungswürdigen Konzentrationen angesammelt; man denke z. B. an die wertvollen Edelmetallseifen, Edelsteinseifen, Monazitseifen, Zinnsteinseifen, Wolframitseifen und Diamantseifen; die Gewinnung mancher Mineralien (z. B. Monazit) wird überhaupt erst durch diese von der Natur dem Menschen vorsorglich abgenommene Aufbereitung und damit verbundene Scheidung vom im Ursprungsgestein überreichen, tauben Material möglich.

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Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1953

Authors and Affiliations

  • Felix Machatschki
    • 1
  1. 1.Universität WienWienÖsterreich

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