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Freiheit und menschliche Persönlichkeit

  • Leopold Lentner
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Zusammenfassung

Zugleich mit dem Beginn der Auflösung der europäischen Geisteseinheit hebt auch der Versuch der abendländischen Staatslehre an, diesen Vorgang zu rechtfertigen. Vorausgegangen war der Kampf um den alten historischen Boden und die Verselbständigung jener Staaten, die bisher wenigstens durch das Band des christlichen Gemeinschafts-bewußtseins zusammengehalten waren. Einzig unbeweglich und unangefochten blieb in dieser Zeit der Begriff der Macht, der einmal als „die letzte alles umfassende Parole dieser in Erschütterung begriffenen Zeit“bezeichnet wurde152. Charakteristisch sind dafür die damals erschienenen Traktate über den Souveränitätsgedanken, so die von Bodinus 1576 vertretene Lehre von der ursprünglichen, einheitlichen und grundsätzlich unbegrenzten Souveränität der Staatsgewalt oder das Staats- und Rechtssystem von Hugo Grotius, der dem Ursprung der von ihm als „Völkerrecht“bezeichneten europäischen Außenbindungen des Staates nachging. Man versuchte die Begriffe Staatsgewalt und Freiheitswillen in klarer, juristischer Weise abzugrenzen. Bereits im späten Mittelalter hatte die Staatslehre sich mit dem Gedanken der Volkssouveränität beschäftigt, den das neuzeitliche Denken folgerichtig ausbaute.

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Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1952

Authors and Affiliations

  • Leopold Lentner
    • 1
  1. 1.WienÖsterreich

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