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Bemerkungen zum Methodenstreit um die Grenznutzentheorie

  • Felix Kaufmann

Zusammenfassung

Für den Kampf der Lehrmeinungen um die Methode der Grenznutzenschule, der nach fünf Jahrzehnten mit unverminderter Heftigkeit andauert, ist es charakteristisch, daß nicht nur die Thesen selbst einander mit scheinbar unversöhnlicher Schroffheit gegenüberstehen, sondern auch die Auffassungen über den äußeren Erfolg der einander bekämpfenden Doktrinen. Auf der einen Seite sprechen Gottl und andere Forscher von der „sterbenden Wertlehre“, auf der anderen erklärt Schumpeter im Einklänge mit einer beträchtlichen Anzahl anderer hervorragender Nationalökonomen, daß „die Grenznutzentheorie nicht eine von vielen konkurrierenden Doktrinen, sondern einfach die momentan einzige Theorie überhaupt“ sei.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Da unter den Grenznutzentheoretikern keineswegs über alle im folgenden zu erörternden Punkte Einhelligkeit herrscht, so werden gewisse kritische Bemerkungen für die eine oder die andere Forschergruppe innerhalb der Schule teils überhaupt keine Geltung, teils nur eingeschränkte Geltung besitzen. Für die Darstellung in einer kritischen Dogmengeschichte der Grenznutzentheorie wäre dieser Umstand sehr belangvoll; für die Darstellung im Rahmen einer von dogmengeschichtlichen Einzelheiten absehenden Methodenlehre ist er es nicht.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. hiezu Strigl, „Die ökonomischen Kategorien und die Organisation der Wirtschaft“, Jena 1923; ferner Kaufmann, „Die ökonomischen Grundbegriffe“, Zeitschr. f. Volkswirtschaft und Sozialpolitik, 1923; „Logik und Wirtschaftswissenschaft“, Arch. f. Sozial w., Bd. 54, 1925; „On the subject-matter and method of economic science“, „Economica, 1933, p. 381–401.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. oben S. 71, S. 188, S.220, S. 238 ff.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. die in Anm. 2 zitierten Schriften.Google Scholar
  5. 5.
    Nimmt man die Idealisierung (vgl. oben S. 230 f.) in die Definition des Wirtschaftens auf, wie dies Mises und die ihm nahestehenden Forscher tun, so fällt die Einschränkung „im großen und ganzen“ fort.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. etwa Rosenstein-Rodan, Art. Grenznutzen im Hdwb. d. Staatsw., 4. Aufl., S. 1192, „Es ist unschwer zu erkennen daß der von einem Gute mittelbar abhängige Nutzen mit seinem Grenznutzen identisch ist“.Google Scholar
  7. 7.
    Es lautet in der ursprünglichen Fassung bei Gossen (1854). „Die Größe ein und desselben Genusses nimmt, wenn wir mit der Bereitung des Genusses ununterbrochen fortfahren, fortwährend ab, bis zuletzt die Sättigung eintritt. Verschärfungen wurden durch Wieser in seiner Theorie d. gesellschaftlichen Wirtschaft“ und H. Mayer, „Untetsuchungen zu dem Grundgesetz der wirtschaftlichen Wertrechnung. Ztschr. f. Volkswirtsch., II Bd., 1922, durchgeführt. Vgl. auch die interessanten Bemerkungen zu diesem Gesetz bei Mises, „Vom Weg der subjektivistischen Wertlehre“ in „Grundprobleme der Nationalökonomie“, Jena 1933, 137–155, S. 144 f.Google Scholar
  8. 8.
    Ein gutes Beispiel bietet ein Vergleich der Böhm-Bawerkschen und der Wieserschen Methode der Bestimmung des Wertes eines Vorrates gleichartiger Güter, wenn die Grenznutzen der einzelnen Einheiten dieses Vorrates gegeben sind.Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. Kaufmann, „On the subject-matter“, p. 391 f.Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. „Kapital und Kapitalzins“, a. a. O., I. Bd., S. 223. „Formell definiert ist somit der Wert, die Bedeutung, welche ein Gut oder Güterkomplexe für die Wohlfahrtszwecke eines Subjektes besitzt.“Google Scholar
  11. 11.
    Der Ausdruck ist in dem Sinn zu verstehen, wie er in Wittgensteins „Tractatus“ und bei Carnap, „Logische Syntax der Sprache“ gebraucht wird.Google Scholar
  12. 12.
    Der Begriff des Bedürfnisses“, Jb. f. Natök., III. Folge, Bd. 48.Google Scholar
  13. 13.
    Vgl. oben S. 99.Google Scholar
  14. 14.
    „Kapital und Kapitalzins“, 2. Abt. Theorie des Kapitals, 3. Aufl., 1909 und 1912, S. 246.Google Scholar
  15. 15.
    Vgl. Kaufmann, „On the subject-matter“, p. 393 f.Google Scholar
  16. 16.
    Vgl. Hans Mayer, „Untersuchungen zu dem Grundgesetz der wirtsch. Wertrechnung“.Google Scholar
  17. 17.
    Vgl. F. A. Hayek, „Bemerkungen zum Zurechnungsproblem“, Jb. f. Nat, III. Folge, Bd. 69 und H. Mayer, Artikel „Zurechnung“ und „Produktion“ im Handwörterbuch f. Staatswissenschaften, 4. Aufl.Google Scholar
  18. 18.
    Vgl. „Theorie der gesellschaftlichen Wirtschaft“, a.a.O., S. 88 f.Google Scholar
  19. 19.
    Vgl. Mises, „Bemerkungen zum Grundproblem der subjektivistischen Wertlehre“ in „Grundprobleme der Nationalökonomie“, S. 165–169, S. 163 ff.Google Scholar
  20. 20.
    Vgl. etwa Böhm-Bawerk, „Kapital und Kapitalzins“, a. a. O., S. 357 ff.Google Scholar
  21. 21.
    Vgl. hiezu Kaufmann, „Was kann die mathematische Methode für die Nationalökonomie leisten?“, Ztschr. f. Nat, Bd. II, S. 754–779.Google Scholar
  22. 22.
    Die Erzielung einer solchen würde durch die oben (S. 254) gekennzeichneten Motivenberichte wesentlich erleichtert Besonders wichtig in diesem Zusammenhange ist auch eine Vereinheitlichung der Terminologie. Manche Ansätze hiezu liegen bereits vor. Vgl. etwa Machlup, „Begriffliches und Terminologisches zur Kapitalstheorie“, Ztschr. f. Natök., Bd. 2, S. 632–639.Google Scholar
  23. 23.
    Vgl. oben S. 44.Google Scholar
  24. 24.
    Vgl. etwa Robbins, „An essay on the nature and Significance of economic science“, London 1932, p. 82 und „Introduction to Mises’ Theory of Money and Credit“, London 1934, p. 13.Google Scholar
  25. 25.
    Vgl. oben S. 50.Google Scholar
  26. 26.
    Vgl. hiezu die im ersten Kapitel des ersten Teils angestellten Überlegungen über vorprädikative Erfahrung.Google Scholar
  27. 27.
    Vgl. Hutchison, „A note on tautologies and the nature of economic theory“, Revue of Economic Study, Vol. II, p. 159–161.Google Scholar
  28. 28.
    „Untersuchungen über die mathematischen Grundlagen der Theorie des Reichtums“, übersetzt von W. G. Wapfenschmidt in Wäntigs „Sammlung sozialwissenschaftlicher Meister“, Bd. 24, Jena 1924, S. 47 ff.Google Scholar
  29. 29.
    „Mathematische Theorie der Preisbildung der wirtschaftlichen Güter“, Stuttgart 1881.Google Scholar
  30. 30.
    Vgl. „Theoretische Nationalökonomie“, 3. Aufl., Erlangen 1923.Google Scholar
  31. 31.
    „Über die Produktionsgleichungen der ökonomischen Wertlehre“ in Ergebnisse eines mathematischen Kolloquiums, herausgegeben von Karl Menger, Heft 6 (1933–34), Wien 1935, S. 10 f.Google Scholar
  32. 32.
    Ibd., S. 12 ff.; vgl. auch die Diskussionsbemerkungen hiezu von schams und Menger, S. 18 ff.Google Scholar
  33. 33.
    S, 2I8 ff.Google Scholar
  34. 34.
    Vgl. hiezu Schams, „Komparative Statik“, Ztschr. f. Natök., Bd. II, S. 27–61, 1930.Google Scholar
  35. 35.
    Vgl. „Die Irrtümer des Historismus in der deutschen Nationalökonomie“, Wien 1884.Google Scholar
  36. 36.
    Vgl. „Zur Methodenlehre der Staats- und Sozialwissenschaften“, Jahrb. f. G. V. 1883.Google Scholar
  37. 37.
    Vgl. die allgemeinen Ausführungen über das Postulat der Wertfreiheit, oben S. 177 ff.Google Scholar
  38. 38.
    Maßgebend wurde hier die Summa Theologiae des Thomas von Aquino.Google Scholar
  39. 39.
    Vgl. oben S. 199.Google Scholar
  40. 40.
    Vgl. „Das Zweck-Mittel Denken in der Nationalökonomie“, Ztschr. f. Natök., Bd. IV, S. 305 bis 329, 1933.Google Scholar
  41. 41.
    „Prolegomena to relativity Economics, New York 1933.Google Scholar
  42. 42.
    „Theoretische Grundlagen der Preisbildungsforschung und Preispolitik“, Sozialwissenschaftliche Studien, Berlin 1933.Google Scholar
  43. 43.
    Etwa Pigou, „The Economics of Welfare, London 1929 und Amonn, „Grundzüge der Volkswirtschaftslehre“, Jena 1926.Google Scholar
  44. 44.
  45. 45.
    Vgl. oben S. 198 ff.Google Scholar
  46. 46.
    Vgl. oben S. 253.Google Scholar
  47. 47.
    „Der Sinn der Indexzahlen“, Tübingen 1927.Google Scholar
  48. 48.
    Vgl. oben S. 407 und 167 ff.Google Scholar
  49. 49.
    Gegen ihr Mißverstehen wendet sich Hussebl in seiner „Formalen und transzendentalen Logik“, S. 135 ff.Google Scholar
  50. 50.
    So neuerdings etwa Mackenroth.Google Scholar
  51. 51.
    Vgl. die eingehende Behandlung des Problems bei Amonn, „Objekt und Grundbegriffe der theoretischen Nationalökonomie“.Google Scholar

Copyright information

© Julius Springer in Vienna 1936

Authors and Affiliations

  • Felix Kaufmann
    • 1
  1. 1.Universität WienÖsterreich

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