Advertisement

Herkunft der Worte „Metall“ und „Schacht“

  • H. Quiring
Chapter
  • 28 Downloads
Part of the Technisches Museum für Industrie und Gewerbe in Wien Forschungsinstitut für Technikgeschichte book series (TECHNIKER, volume 19)

Zusammenfassung

Das Wort „Metall“ soll im deutschen Sprachgebrauch das Wort „Geschmeide“ (althochdeutsch gismudi) verdrängt haben. Das ist sehr unwahrscheinlich, da „Metall“, ebenso wie das englische metal und das französische métal nicht Geschmeide (geschmiedete Waffen und Schmucksachen), sondern die bergbauliche und hüttenmännisch gewonnenen Schwer- und Leichtmetalle bezeichnet. Natürlich konnte im Deutschen ein zusammenfassender Metallbegriff erst entstehen, nachdem sich ein vielseitiger Erzbergbau und ein über das einfache Schmelzen hinausgehendes Metallhandwerk entwickelt hatte. Das war erst im Ausgang der fränkischen Periode um 930 n. Chr. möglich. Daß die Metallbezeichnung in den west- und mitteleuropäischen Sprachen aus lat. metallum entstanden ist, begegnet keinem Zweifel. Bei der Übernahme ist aber merkwürdigerweise die eigentliche Bedeutung von metallum „Grube, Bergwerk“ verlorengegangen. Allerdings bezeichnete lat. metallum auch das Berg- und Hüttenprodukt, d. h. „Metall“, aber auch „Erz“ und „Stein“. Römische Marmorbrüche hießen marmorum metalla, Alaungruben stypteriae metalla. Dementsprechend hat sich im Englischen die Nebenbedeutung „Stein“ für metal gehalten; metalled bedeutet „beschottert“.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    H. Quiring: Vorgeschichtliche Studien in Bergwerken Südspaniens. Z. f. d. Berg-, Hütten- u. Sal.-Wes. im Deutschen Reich. 1935. S. 499.Google Scholar
  2. 2.
    H. Quiring: Geschichte des Goldes. Die goldenen Zeitalter in ihrer kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung. Stuttgart 1948. S. 5.Google Scholar
  3. 3.
    H. Quiring: Die Edelsteine im Amtsschild dies jüdischen Hohenpriesters und die Herkunft ihrer Namen. Sudhoffs Archiv f. Gesch. d. Medizin und der Naturwissensch. 38. Wiesbaden 1954. S. 193–213.Google Scholar
  4. 4.
    F. v. d. Velden: Der nordafrikanische Untergrund der keltischen Sprachen. Litterae Orientales. 55. Leipzig 1933.Google Scholar

Copyright information

© Wien · in Kommission: Springer-Verlag 1957

Authors and Affiliations

  • H. Quiring

There are no affiliations available

Personalised recommendations