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Von der schweizerischen Schnee- und Lawinenforschung

  • M. de Quervain
Conference paper
Part of the Jahresberichte des Sonnblick-Vereines book series (SONNENBLICK, volume 1951/52)

Zusammenfassung

Bis in jüngere Zeit hat die naturwissenschaftliche Forschung dem Schnee, einem der gewöhnlichsten und verbreitetsten Stoff, recht wenig Interesse entgegengebracht. Er erschien als Material zu wenig definiert und offenbar problemlos. Die Gletscher dagegen vermochten dank ihrer seltsamen Bewegungserscheinimgen und gewiß auch wegen ihrer Abgeschiedenheit seit jeher Naturforscher in ihren Bann zu ziehen. Gegen Ende des letzten Jahrhunderts haben der aufstrebende Tourismus und die mit der Erschließung der Bergwelt sich immer mehr verstärkende Forderung nach besserem Lawinenschutz dochein vermehrtes Studium der alpinen Schneedecke veranlaßt. Zunächst waren es einzelne Forscher wie die Schweizer J. Coaz, A. Heim, dann der Deutsche W. Paulcke und andere, die Phänomene der Schneeablagerung, Schneeumwandlung und der Lawinenbildung beschrieben. Ihre Arbeiten entsprangen hauptsächlich einer geologisch-geographischen Denkweise, soweit sie nicht, wie bei Coaz, den rein technischen Lawinenschutz betrafen. Es fehlte aber noch weitgehend an physikalisch messenden Untersuchungen. Nach der Gründung der Schweizerischen Schnee- und Lawinenforschungskommission (1932) wurde diese Untersuchungsweise erstmals von einer Gruppe von Wissenschaftern verschiedener Fachgebiete mit gemeinsamer Zielsetzung eingeschlagen. Es dauerte nochmals rund zehn Jahre — eine Zeit reicher Ernte —, bis aus diesem Team die gegenwärtige prmanente Belegschaft des Eidg. Instituts für Schnee- und Lawinenforschung hervorging und bis auf Weißfluhjoch (2670 m ü. M.) dank der Initiative von R. Haefeli an Stelle einer schlichten Bretterhütte das jetzige Institutsgebäude (Abb. 1) errichtet werden konnte (1942). Heute mutet es wie ein Wunder an, daß es gelang, dieses Werk zu schaffen, in einer Zeit, da Europa ringsum in Trümmer fiel und die Schweiz selbst in ihrer Existenz bedroht war.

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Wien 1954

Authors and Affiliations

  • M. de Quervain
    • 1
  1. 1.WeißfluhjochDavosSchweiz

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