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Historisches über die Ansicht von den einfachen Grundatomen

  • Gustav Theodor Fechner
Part of the Kleine Bibliothek für das 21. Jahrhundert book series (BIBLIOTHEK, volume 1)

Zusammenfassung

Die Ansicht, daß die Grundatome der Körperwelt einfach seien, hat sich bei mir vorlängst und, wie ich glaube, ziemlich unabhängig von äußeren Anregungen, jedenfalls nicht auf Anlaß der Herbartschen einfachen Wesen, aus dem Gesichtspunkte entwickelt, die physikalische Atomistik philosophisch abzuschließen. Als ich mich mit der Herbartschen Metaphysik zu beschäftigen anfing, traten mir so manche Bezugspunkte, noch mehr aber gegensätzliche Gesichtspunkte zwischen unseren einfachen Wesen und den Herbartschen entgegen, daß ich mich dadurch zu einer für die Fichtesche Zeitschrift bestimmten Abhandlung veranlaßt fand, zu der jedoch bloß eine Art Einleitung daselbst erschienen ist, worin ich auf unsere einfachen Wesen vorgreifend hinweise.1

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Anmerkungen Teil 2

  1. 4.
    Eine etwas eingehendere historische Darstellung der monadologischen Ansichten von Leibniz, Kant und Herbart als hier findet man in Langenbecks Dissertation (1858): Ober Atom und Monade.Google Scholar
  2. 13.
    Lotze (1856), Bd. 1, Kapitel 4: Das Leben der Materie, S. 374 ffGoogle Scholar
  3. 14.
    Lotze (1856), Bd. 1, Kapitel 2: Von dem Sitze der Seele, S. 316Google Scholar
  4. 15.
    Lotze (1856), Bd. 1, Kapitel 5: Von den ersten und den letzten Dingen des Seelenlebens, S. 413 ff, Lotze (1856), Bd. 2, 4. Buch: Der Mensch, Kapitel 3: Die Einheit der Natur, S. 45 ffGoogle Scholar
  5. 26.
    Grassmann (1862) zitiert die Erst-Ausgabe: Boscovich (1758)Google Scholar
  6. 29.
    Obwohl Kant in Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft den Satz aufstellt und in seinem Sinn beweist: „Die Materie kann in das Unendliche zusammengedrückt, aber niemals von einer Materie, wie groß auch die drückende Kraft derselben sei, durchdrungen werden.“ Kant (1786), S.483Google Scholar
  7. 32.
    In seiner Atomistik führt Grassmann (1862b), S. 23, unter den Vertretern der einfachen Atomistik zuerst Poisson (1827, 1828, 1829) an. Aber in den Abhandlungen Poissons, welche sich an diesen Orten finden, und die ich deshalb ausdrücklich eingesehen, finde ich wohl Hinweise auf die Notwendigkeit, die Gleichgewichts-und Bewegungsgleichungen elastischer und flüssiger Körper vielmehr auf die Annahme von molécules disjointes als eine Kontinuität der Materie zu gründen, nirgends aber eine Erklärung darüber, daß die molécules disjointes oder deren Atome als einfach oder als Punkte anzunehmen seien; glaube auch nach meinen Erinnerungen nicht, daß eine solche Erklärung sich überhaupt in einer Abhandlung von Poisson findet. — Von Moigno (1853) wird Faraday mit Ampère und Cauchy in Verbindung als Vertreter der Ansicht von einfachen Atomen genannt, aber nur aus dem Gesichtspunkt, daß er die Materie auf Kraftzentren reduziert. Aber diese Kraftzentren sind nach ihm kontinuierlich und er steht in sofern vielmehr im Gegensatz zur atomistischen Ansicht, welche eine räumliche Diskretion der Kraftzentren statuiert. Faraday (1844)Google Scholar
  8. 33.
    Ampère (1835), Cours du collège de France)Google Scholar
  9. 34.
    Cauchy zitiert nach: Moigno, Cosmos. Band II.)Google Scholar
  10. 35.
    Séguin (1853), CR, Bd. 37, S. 705Google Scholar
  11. 36.
    Saint Venant (1844)Google Scholar
  12. 40.
    Grassmann bemerkt (S. 39), dieser glückliche Gedanke, daß das Cauchysche Gesetz sich durch Repräsentation der Ätherteilchen als E-Paare erklären lasse,rühre von seinem Bruder H. Grassmann her. Er gibt die Stelle von Cauchys Beweis nicht an, bezieht sich aber dabei unstreitig auf Cauchys Memoire sur la dispersion de la lumière (S. 185), wo Cauchy jedoch nicht beweist, daß sich die Ätherteilchen nach obigem Gesetz anziehen oder abstoßen, sondern (S. 191) daß „dans le voisinage du contact cette action soit répulsive et réciproquement proportionnelle au bicarré de la distance.“ Dabei liegt die, eine Vernachlässigung von Größen höherer Ordnung gestattende, Voraussetzung unter, daß der Äther des Himmelsraumes anders als der Äther in den Körpern alle Farbenstrahlen mit gleicher Geschwindigkeit fortpflanze; welche Voraussetzung Cauchy darauf begründet, daß die Sterne statt als (meist weiße) Lichtpunkte uns sonst als sehr schmale Streifen mit den Spektralfarben erscheinen müßten.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1995

Authors and Affiliations

  • Gustav Theodor Fechner

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