Advertisement

Kritik der Perspektive

  • Fritz Hohenberg

Zusammenfassung

Betrachtet man ein perspektives Bild mit einem Auge aus jenem Punkt O, der als Sehzentrum verwendet wurde, so erhält man einen geometrisch richtigen Eindruck vom dargestellten Gegenstand. Meist wird man das Bild aber mit beiden Augen ansehen, und keines derselben wird sich im allgemeinen genau in O befinden. Dann ergeben sich geometrisch bedingte Abweichungen vom natürlichen Seheindruck. Betrachtet man eine Strecke A B im Raum und ihr Bild A c B c aus O, so ist unmittelbar der Sehwinkel ⦓ AOB = ⦓ A c OB c gegeben; seine Größe hängt von der Länge und Lage von A B ab. Bei einer zu Π parallelen Leiter folgen auch im Bild die Sprossen in gleichen Abständen, während das Auge die entfernteren Sprossen unter kleinerem Winkel sieht als die nahen. Ebenso verhält es sich mit den Stäben eines zu Π parallelen Gitters. Eine Fassade erscheint in frontaler Perspektive in wahrer Gestalt, während das Auge Fensterbreiten und -höhen um so kleiner sieht, je weiter die Sehstrahlen vom Hauptsehstrahl abweichen. — Eine Kugel erscheint im perspektiven Bild im allgemeinen nicht als Kreis, aber die Sehstrahlen, die die Kugel berühren, bilden einen Drehkegel, und die Maler stellen eine Kugel als Kreis dar. Kugeln in gleicher Entfernung von Π bilden sich im perspektiven Bild um so verzerrter und größer ab, je weiter sie abseits vom Hauptsehstrahl liegen. Bei der Abbildung einer frontal gestellten Säulenreihe erscheinen die entfernteren Säulen als breitere Parallelstreifen als die nächstgelegenen (warum ?).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1961

Authors and Affiliations

  • Fritz Hohenberg
    • 1
  1. 1.Technischen HochschuleGrazÖsterreich

Personalised recommendations