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Gibt es eine „konstitutionelle“ Intoleranz gegenüber ethisch motivierter Selbstreflexion in der Psychiatrie und Psychotherapie?

  • Günther Fisslthaler

Zusammenfassung

Psychotherapie hat sich in Österreich nach langem, zähen Ringen im Rahmen eines Gesetzwerdungsprozesses als Behandlungsmethode auch rechtlich etabliert. Auch rechtlich zielt darauf ab, auf einen besonderen Umstand hinzuweisen, der, wie ich meine, zu wenig Beachtung findet.

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Literature

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    Vgl. z.B. Salzburger Nachrichten vom B. Februar 1994: Schmalspurtherapeuten mit Kassenvertrag. Ärzte bringen Vertrag über Psycho-Medizin unter Dach und Fach. Der rechtliche Anspruch, Psychotherapie als Kassenleistung auch bezahlt zu bekommen, hinkt dieser rechtlichen Etablierung aber extrem hinterher. Auch berichten Betroffene, daß ihnen immer wieder gesagt würde, warum sie Psychotherapie in Anspruch nehmen wollen, es würde ja sowieso nichts nutzen.Google Scholar
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    Auch die „Vorfälle“ von Lainz können hier Beispielhaft angeführt werden. Die sogenannte „Desaster-Forschung” liefert für jene Phänomene gute Erklärungsmodelle, die dann auftreten, wenn unter extremen („desaströsen”) Bedingungen Beziehungsarbeit geleistet werden muß. Vgl. z.B. Oberlehner, F., u. a. (1994): Beratung unter extremen Bedingungen: Das Beispiel AIDS-Hilfe. In: Soziale Welt, Heft 2, S. 180–196.Google Scholar
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    Ich möchte mich an dieser Stelle bei Frau Univ.-Prof. Dr. Jutta MenschikBendele bedanken, die mir die Abhaltung dieser Lehrveranstaltung ermöglicht hat.Google Scholar
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    Meine eigenen Literaturrecherchen ergaben ein besseres Bild. Zwischen 1977 und 1993 wurden im deutschsprachigen Raum rund 100 Artikel, Bücher und Dissertationen zum Thema Ethik und Psychotherapie verfaßt.Google Scholar
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Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1996

Authors and Affiliations

  • Günther Fisslthaler

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