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Das Romankonzept in der Ästhetik des Widerstands

  • Jost Müller
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Zusammenfassung

An verschiedenen Stellen wird in der Ästhetik des Widerstands Romanliteratur reflektiert. In der Entgegensetzung von bürgerlicher und proletarischer Genealogie und Lebensweise ist auf die Tradition der literarischen Darstellung der bürgerlichen Sekurität von Goethes Wilhelm Meister (1795/96, 1829) bis Thomas Manns Buddenbrooks (1901) verwiesen. Die Welt werde in dieser Romanliteratur “gesehn (...) durch die Augen derer, die sie besaßen”, so daß “das Hauswesen mit solcher Liebe zum Detail und die Persönlichkeit im Reichtum aller Entwicklungsstadien umfaßt werden” (ÄdW I: 134) konnten. Angesichts proletarischer ‘Herkunfts- und Eigentumslosigkeit’ sei diese Darstellungsform nicht auf die Lebensverhältnisse der Arbeiterklasse übertragbar. Das soziologische Argument spricht gegen die Möglichkeit eines ‘Proletarierromans’, der am Vorbild des bürgerlichen Bildungsromans sich orientiert. Andere Romane, wie Eugène Sues Les Mystères de Paris (1842/43) und Karin Boyes Kallocain (1940), kommen hier eher in Betracht. Dem pessimistisch-utopischen Roman Boyes, dessen Thema, ähnlich dem von Jewgenij Samjatins My (1920), Aldous Huxleys Brave new World (1932) oder George Orwells Nineteen Eighty-Four (1949), ein totalitärer Staat ist, der bis in ihre letzten Refugien die Erinnerung an die Möglichkeit menschlicher Freiheit vernichtet hat, wird immerhin zugeschrieben, “unsern schrecklichsten Befürchtungen Ausdruck zu verleihn” (ÄdW 111:38).

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1991

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  • Jost Müller

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