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Das ideologische Projekt von Peter Weiss

  • Jost Müller
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Zusammenfassung

Auf den ersten Blick mag es erstaunlich anmuten, gerade das universalgeschichtlich ausgerichtete Divina Commedia-Projekt, den Plan zu einem gegenwärtigen “Welttheater” (Rapp.:142) nach dem Muster von Dantes scholastischem Epos, und das individualgeschichtlich angelegte Stück Trotzki im Exil (1968/69), den häretischen “Beitrag zum Leninjahr 1970” (Rapp.2: 131), in einem Atemzug zu nennen. Beides sogar unter der Bezeichnung ‘Vorbedingung’ zu subsumieren und derart gleichgewichtig im Kontext des ideologischen Projekts von Weiss’ Roman Die Ästhetik des Widerstands (1972–81) zu verorten, muß vollends unverhältnismäßig erscheinen. Was hat dieses “mißglückte Stück” (Mayer 1972:210) über den verstoßenen, schließlich ermordeten Weltrevolutionär, so könnte man fragen, mit der Vision eines Theatrum mundi gemein, die Peter Weiss gesamtes dramatisches Werk begleitet. Die Antwort versuche ich zu geben, indem ich zwei Aspekte in den Mittelpunkt rücke: die politisch-ästhetische Kontinuität und die Krise im Gesamtwerk des marxistischen Schriftstellers Weiss. Der Terminus ‘Vorbedingung’ bezieht sich auf beides, wobei hier die Ästhetik des Widerstands nicht als “Summa” (Haiduk 1981) von Weiss’ Arbeiten aufgefaßt ist, sondern die politischen und ästhetischen Motive, die den Konstitutionsprozeß des ideologischen Projekts vorab bestimmen, herauszuarbeiten sind.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1991

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  • Jost Müller

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