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Die Kulturalisierung der Politik im Kultur sozialismus, Nationalsozialismus und Antifaschismus

  • Jost Müller
Chapter

Zusammenfassung

Die Idee einer neuen, höheren Stufe der menschlichen Kultur ist spätestens seit dem Arbeiterprogramm (1862/63) von Ferdinand Lassalle ein fester Bestandteil der Vorstellungen von der sozialistischen Gesellschaft. Für Lassalle ist es der “Gegensatz des persönlichen Interesses der höheren Stände und der Kulturentwicklung der Nation” (Lassalle 1970:53), der den “vierten Stand”, den “Arbeiterstand” zur Herrschaft beruft, da er “der letzte und äußerste, der enterbte Stand ist, welcher keine ausschließende Bedingung weder rechtlicher noch tatsächlicher Art, weder Adel noch Grundbesitz, noch Kapitalbesitz, mehr aufstellt und aufstellen kann, die er als ein neues Privilegium gestalten und durch die Einrichtungen der Gesellschaft hindurchführen könnte” (Lassalle 1970:49). “Seine Sache”, so setzt Lassalle hinzu, “ist daher in Wahrheit die Sache der gesamten Menschheit, seine Freiheit ist die Freiheit der Menschheit selbst, seine Herrschaft ist die Herrschaft aller” (Lassalle 1970:49). Als universeller ‘Stand’ vertritt der ‘Arbeiterstand’ kein partikulares, kein ‘persönliches Interesse’ mehr, sondern das Allgemeininteresse, “weshalb die Herrschaft des vierten Standes über den Staat eine Blüte der Sittlichkeit, der Kultur und Wissenschaft herbeiführen muß, wie sie in der Geschichte noch nicht dagewesen” (Lassalle 1970:55). Die Gegnerschaft zum Liberalismus, zur “Nachtwächteridee” (Lassalle 1970:55) vom Staat, erstreckt sich bei dem Hegelianer Lassalle auch auf die Kultur.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1991

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  • Jost Müller

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