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Zusammenfassung

Die Arbeit im Bergbau, in der eisenschaffenden und -verarbeitenden Industrie, in keramischen Betrieben und in vielen anderen Gewerbezweigen ist mit Staubentwicklung verbunden. Ebenso ist die Atmosphäre industrieller Ballungsräume und nicht zuletzt die Außenluft der Großstädte durch partikelförmige Fremdbeimengungen verunreinigt. Diese geformten atmosphärischen Fremdaerosole und die gewerblichen Luftverunreinigungen werden mit der Einatmungsluft aufgenommen und können bis in die Lungenalveolen vordringen. Hier kommen sie mit phagozytosebereiten Zellen in Kontakt. Die Phagozytose, der Ausdruck wurde 1884 von Metschnikoff geprägt, ist eine spezifische Zelleistung vorwiegend mit der Aufgabe, belebte oder unbelebte Fremdelemente aufzunehmen und zu vernichten. Metschnikoff bezeichnete sie als fundamentales Phänomen der Entzündung und Immunität. Aber auch in der experimentellen Staublungenforschung nehmen die Staubphagozytose und das Schicksal von Partikel und Zelle schon frühzeitig eine zentrale Stellung ein. Da es sich bei der Phagozytose um ein dynamisches Geschehen der Zelle handelt, das nur durch die direkte mikroskopische Lebendbeobachtung zugänglich gemacht werden kann, war es naheliegend, außerhalb des Organismus gezüchtete Zellen als Versuchsobjekt heranzuziehen. Als es Carrel 1912 gelang, explantiertes tierisches Gewebe in vitro beliebig lange im Zustand aktiver Proliferation und Zellvermehrung zu halten, wurde diese Möglichkeit eröffnet und bald in der experimentellen Staublungenforschung angewandt.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1970

Authors and Affiliations

  • Ernst Gerhard Beck
    • 1
  1. 1.Abteilung für Zell- und Gewebezüchtung Medizinisches Institut für Lufthygiene und SilikoseforschungUniversität DüsseldorfDeutschland

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