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Zusammenfassung

Die Einteilung der Gesellschaft erfolgt unter der Vorstellung horizontal und vertikal zueinander in Beziehungen stehender Schichten. Als solche mehr oder weniger miteinander verbundenen Gebildeeinheiten (= Ansammlung sozialer Beziehungen) sind Klassen und Stände zu denken, deren Entstehung mit der Entwicklung des staatlichen Lebens und dem Charakter der jeweiligen Wirt¬schaftsordnung eng zusammenhängt. Begrifflich aber müssen sie voneinander abgegrenzt werden, da eine zwar häufig vorgenommene alternative Anwendung deren Wesen eher verdunkelt als exakt erkennen läßt. Aus der Konzeption einer dynamischen Gesellschaftsauffassung ergibt sich zwangsläufig, daß auch Stände und Klassen kontinuierlichen Wandlungen unterworfen sind; bald mehr, bald weniger ändert sich ihre Stellung innerhalb der sozialen Ordnung, teilweise bedingt durch ihnen innewohnende eigene Kräfte, zum Teil durch von außen auf sie einwirkende Begebenheiten. Im Verlauf der Darlegung wird ersichtlich, daß Stände meist beharrlicher ihre innere „Struktur” beibehalten, ihrem Wesen ein mehr statischer Zustand entspricht, wohingegen Klassen in viel stärkerem Maße der ökonomischen Bewegtheit folgen.

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Referenzen

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1951

Authors and Affiliations

  • Hans Winkmann

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