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Die Einwirkung Seelischer Gehemmtheit auf den Zwischenmenschlichen Zusammenhang

  • Marianne Lüttges-Aerts
Chapter
Part of the Schriften der Soziologischen Abteilung des Forschungsinstituts für Sozial- und Verwaltungswissenschaften in Köln book series (SCHSAFSVK)

Zusammenfassung

In der Psychiatrie ist der Begriff der Hemmung nicht klar und eindeutig. Hem¬mung bedeutet dort manchmal eine melancholische Erschwerung der Assoziatio¬nen, ein anderes Mal Wirkungen, die verschiedene Funktionen, namentlich ent¬gegenstehende Triebe, aufeinander ausüben. In der Normalpsyche regulieren solche Hemmungen unser Handeln, wenn zum Beispiel niedere Triebe durch höhere gehemmt werden. Karl Jaspers unterscheidet in seiner „Allgemeinen Psychopathologie”1 somatisch-sinnliche Triebe, vitale Triebe und geistige Triebe, betont aber, daß diese Gruppierung trennt, was in Wirklichkeit verbunden ist. Unter somatisch-sinnlichen Trieben sind inbegriffen: Sexualtrieb, Hunger, Durst, Schlafbedürfnis, Bewegungstrieb. Die vitalen Triebe werden unterteilt in: a) vitale Daseinstriebe, b) vital-seelische Triebe und c) vitale Schaffenstriebe. Unter a) werden gruppiert: Wille zur Macht — Wille, sich zu unterwerfen; Selbst¬behauptungsdrang — Hingebungsdrang; Eigenwille — Geselligkeitstrieb (Herden¬instinkt); Mut — Furcht (aggressiver Zorn — flüchtende Hilfesuche); Geltungs¬wille — Drang zur Selbstbescheidung; Liebe — Haß. Unter b) werden eingereiht: Neugier, elterlicher Fürsorgetrieb, Wandertrieb, Drang zur Ruhe und Behag¬lichkeit, Besitzwille. Punkt c) sammelt: Ausdrucksdrang, Darstellungsdrang, Drang zum Hervorbringen von Arbeitsleistung, Werken. Die geistigen Triebe streben zum Erfassen und zur Hingabe an als absolut gültig erfahrene Werte wie religiöse, ethische, Wahrheits-, ästhetische Werte.

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Referenzen

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1951

Authors and Affiliations

  • Marianne Lüttges-Aerts

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