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Abhängigkeit und Selbständigkeit in den Beziehungen der Menschen zu Berufsorganisationen

  • K. G. Specht
Part of the Schriften der Soziologischen Abteilung des Forschungsinstituts für Sozial- und Verwaltungswissenschaften in Köln book series (SCHSAFSVK)

Zusammenfassung

I. Es werden seltsamerweise bei fast allen Untersuchungen und Abhandlungen über das Verhältnis Mensch — Beruf im allgemeinen und die Verknüpfung resp. Trennung von Berufs- und Privatleben im besonderen die Beziehungen des Einzelnen und ganzer Gruppen zu den Berufsorganisationen nur unbefriedigend berücksichtigt, manchmal ganz übersehen, obwohl die in beiden Fällen besonders interessierenden Abhängigkeitserscheinungen hier nicht weniger eindeutig und leicht erkennbar sind als dort. Schon dieser Tatbestand ist ein bemerkenswertes Zeichen für die feste Verankerung dieser Organisationen im heutigen sozialen Leben und für die Nachhaltigkeit ihrer Einflußnahme nicht nur auf das wirtschaftlich-soziale Leben in seiner Gesamtheit, sondern in nicht weniger starkem Maße auch auf das Leben des Einzelnen.

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Referenzen

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    Es gibt neben dem Gebilde der politischen Partei kaum ein geeigneteres Objekt zum Studium der Machtentfaltung von Organisationen als die Berufsvereinigungen. Hier erweist sich in voller Klarheit die immer wiederkehrende Folge: 1. die Mitglieder bekunden bestimmte Forderungen und Wünsche; 2. diese werden von den Funktionären aufgenommen, mit von ihnen verfolgten Zielen verquickt und übersteigert; 3. erkennen dann die Mitglieder unerwünschte Folgen, so wird ihnen vorgehalten: es war doch euer Wunsch.Google Scholar
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    Der Einfachheit wegen ist hier noch auf die Bildung von Unternehmervereinigungen einzu gehen, verzichtet worden. Sobald solche bestehen, ändert sich dieses Verhältnis grundlegend; es wird dann der „Kampf zwischen Kapital und Arbeil“ entbrennen.Google Scholar
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    Bei Angestellten, Beamten und sonstigen Berufsgruppen ist dies anders. Bei ihrer Behand lung wird hierauf zurückzukommen sein.Google Scholar
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    Die konsequente Durchführung dieser Tendenz ist in der heutigen Sozialpolitik der englischen Regierung festzustellen mit ihrem (man muß hier wirklich das Wort gebrauchen:) revolutionären Sozialversicherungsgesetz.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1951

Authors and Affiliations

  • K. G. Specht

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