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Abhängigkeit und Selbständigkeit in der Konsumwirtschaft

  • Charlotte v. Reichenau
Part of the Schriften der Soziologischen Abteilung des Forschungsinstituts für Sozial- und Verwaltungswissenschaften in Köln book series (SCHSAFSVK)

Zusammenfassung

Wir sehen in der Empirie drei verschiedene Arten von Haushaltungen. Erstens Anstaltshaushaltungen wie z. B. Krankenhäuser, Kruppelheime, Gefängnisse etc. Sie sind „Sammelkonsumtionen“, d. h. das Zusammentreffen der Konsumenten in ihnen ist nur zufällig. Sie dienen ferner einem öffentlich-sozialen Zweck und sind daher nicht auf Geldertrag abgestellt. Wir finden zweitens Haushaltungen wie Gaststätten, Pensionen und Hotels, welche ebenfalls zu den Sammelkonsumtionen zählen. Sie werden jedoch erwerbsmäßig betrieben, haben ihr Ziel also im rein Wirtschaftlichen, d. h. in der Erzielung von Geldgewinnen. Drittens gibt es die Privathaushaltungen. Diese gliedern sich wiederum in „Familienhaushal-tungen“, die als Haushalte von Familien natürlich keine Sammelkonsumtionen darstellen, und in „Einzelhaushaltungen“. Beide, Familien- und Einzelhaushalte, haben nach Ansicht der bisherigen wissenschaftlichen Theorie die unmittelbare Bedürfnisbefriedigung der im Haushalt Lebenden als einziges Ziel. Daher ist der Familienhaushalt auch meist als „Wohn- und Eßgemeinschaft“ näher charakteri-siert. Der Unterschied zwischen Familienhaushalt und Einzelhaushalt wird nur in der Zahl der Personen gesehen, für die der Haushalt geführt wird. Er wäre somit ein nur quantitativer. Die Betonung der Tatsache, daß die im Familienhaushalt lebenden Verbraucher Familienangehörige sind, schien nur nötig, um den Familienhaushalt von der Sammelkonsumtion abzuheben. Ein leiser Nachklang davon liegt noch in seiner Kennzeichnung als „Wohn- und Eßgemeinschaft“.

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Referenzen

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1951

Authors and Affiliations

  • Charlotte v. Reichenau

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