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Abhängigkeit und Selbständigkeit auf dem Grauen und Schwarzen Markt

  • Helene Schöttle-Bourbon
Part of the Schriften der Soziologischen Abteilung des Forschungsinstituts für Sozial- und Verwaltungswissenschaften in Köln book series (SCHSAFSVK)

Zusammenfassung

In der freien Marktwirtschaft sind die Begriffe „schwarzer“ und „grauer“ Markt unbekannt. Das Angebot von Gütern ist ausreichend, um die Nachfrage zu decken, und die Preise richten sich nach dem Verhältnis dieser beiden Größen zueinander. Sobald aber der Markt beeinflußt oder gelenkt wird durch den Willen einer übergeordneten Macht, z. B. des Staates, wird sich bald folgender Vorgang zeigen: Der Staat wünscht aus bestimmten Gründen (z. B. zur Vorbereitung eines Krieges, Stärkung des Exporthandels etc.), daß bestimmte Güter nicht mehr in unbeschränkter Menge dem Verbraucher angeboten werden. (Beispiel: Fettrationierung in Deutschland in den Vorkriegsjahren unter dem Schlagwort: Kanonen statt Butter.) Der Staat hat die Mittel, diese Forderung durchzusetzen; die betreffenden Waren werden bewirtschaftet. Aber es ist dem Staat nicht möglich, gleichzeitig die Bedürfnisse des Menschen entsprechend zu drosseln; sie bleiben die gleichen wie vorher. Der Verbraucher wird also, besonders wenn es sich um rigorose Rationierung von Gütern des täglichen Bedarfs handelt, bald versuchen, sich die begehrten Waren auf anderen Wegen zu verschaffen. Die Produzenten und Händler dieser bewirtschafteten Waren wittern sehr schnell ihre Chance, unkontrollierbare Gewinne einzustecken, und bieten die knappen Güter zu Überpreisen an. Der so entstehende illegale Markt erhielt allgemein die Bezeichnung Schwarzmarkt (oder auch Schwarzhandel) mit der Nebenform des grauen Marktes.

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Referenzen

  1. 1.
    „Der Begriff ‚Beziehung’ bekommt in diesem Zusammenhang einen besonders unerfreulichen Sinn: Man hat ‚Beziehungen’, bedeutet, daß man in der Lage ist, die private Verbindung zu mächtigen einflußreichen oder maßgebenden Personen in Angelegenheiten auszunutzen, die jenseits einer privatim bestimmten Entscheidung stehen sollten.“ Leopold von Wiese: System der Allgemeinen Soziologie als Lehre von den sozialen Prozessen und den sozialen Gebilden der Menschen (Beziehungslehre). 2. A. München und Leipzig 1933, Seite 365.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Leo Menne: Korruption, in Kölner Zeitschrift für Soziologie. I. 2; 1948.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1951

Authors and Affiliations

  • Helene Schöttle-Bourbon

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