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Abhängigkeit und Selbständigkeit in den Beziehungen der Geschlechter und Generationen

  • Wanda Toussaint-Butenuth
Part of the Schriften der Soziologischen Abteilung des Forschungsinstituts für Sozial- und Verwaltungswissenschaften in Köln book series (SCHSAFSVK)

Zusammenfassung

In dem Verhältnis der Geschlechter ist nach alter Ordnung dem Manne vorzugs¬weise die Aufgabe zuerteilt, das äußere Gefüge der Welt — Politik, Wirtschaft, Ge¬meinwesen u. a. — zu ordnen und die zur Fristung des Daseins erforderlichen Mit¬tel zu schaffen, während die Frau die ihr zugewiesene Aufgabe im Rahmen der Familie ausübt. Aber auch hier in der Familie ist der Mann das gesetzliche Ober-haupt, die Frau die von ihm wirtschaftlich abhängige Hüterin der kommenden Generation. In der primitivsten ehelichen Verbundenheit entscheidet körperlich-wirtschaftliche Zweckmäßigkeit. Die Partner verbinden sich zu einer wirtschaft¬lichen Gemeinschaft zum Zwecke der Fortpflanzung und zum Schutz der Nach¬kommen. Demzufolge ist ihre wechselseitige Abhängigkeit auch hauptsächlich körperlich-wirtschaftlich bedingt. Eine Änderung des der Verbindung zugrunde liegenden wirtschaftlichen oder körperlichen Zustandes — wie Krankheit, Ver¬minderung oder Zerstörung der Arbeitskraft, die Unfähigkeit, Kinder zu erzeu¬gen oder zu gebären — gefährdet die Gemeinschaft. Es kommt zu Störungen, die so groß werden können, daß sie zu einer Auflösung der Verbindung führen. Wäh¬rend der Sinn der primitiven Gemeinschaft in der Familie und ihrer Sicherung liegt, hat die moderne, kompliziertere Ehe mehr den Charakter einer Paarbezie¬hung angenommen. Hier entscheidet nicht nur körperlich-wirtschaftliche Zweck¬mäßigkeit, sondern auch seelisch-geistige Zuneigung.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1951

Authors and Affiliations

  • Wanda Toussaint-Butenuth

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