Advertisement

Die Bundestagswahlen 1961 in Heilbronn

  • Peter Pulzer
Chapter
  • 32 Downloads

Zusammenfassung

In Deutschland wird den regionalen oder „Stammes“-Unterschieden in Charakter und Benehmen große Bedeutung beigemessen. Man glaubt, daß „Stammes“-Unterschiede sich auch in der Politik in dem gleichen Maße auswirken wie auf anderen Gebieten. Die Schwaben Württembergs werden zum Beispiel als abwägend, gelassen und tolerant angesehen, als natürliche Demokraten einer Art, die in anderen Teilen Deutschlands seltener sei. Tatsächlich leben die Wähler Heilbronns in einem Land, das (mit Ausnahme der Zeit von 1933 bis 1945) seit 1819 ununterbrochen eine konstitutionelle Regierung besitzt; die Abgeordneten ihres Landtages wurden zum Teil seit 1868, und gänzlich seit 1906, auf Grund eines allgemeinen Wahlrechtes gewählt. Eine soziale Struktur, die durch verbreiteten Klein- und manchmal Kleinstbesitz gekennzeichnet ist, und das Fehlen von Mammut-Industriekonzernen verstärken diese Einflüsse der politischen Tradition. Heilbronns eigne Vergangenheit als „Freie Reichsstadt“ unterstützt — was immer die tatsächliche Relevanz dieser Vergangenheit sein mag — ein Selbstvertrauen der Bürger, bei dem der Liberalismus gedeiht.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Anmerkungen

  1. 1.
    W. Grube, Der Stuttgarter Landtag 1457–1957, Stuttgart 1957, S. 542-543.Google Scholar
  2. 2.
    Der Wahlkreis umfaßte die Stadt Heilbronn und die vier Oberämter Brackenheim, Besig-heim, Heilbronn und Neckarsulm. Alle Hinweise auf die Zeit vor 1933 beziehen sich auf dieses Gebiet.Google Scholar
  3. 3.
    „Heilbronn wählte die Demokraten Friedrich Naumann, Theodor Heuss, Georg Kohl. Heilbronn wird den Demokraten Adolf Mauk wählen“: Heilbronner Stimme, 16. September 1961.Google Scholar
  4. 4.
    Quelle: W. Käss, Studien zur Wahlbewegung im Wahlkreis Heilbronn, 1918-1933 (unveröffentlicht).Google Scholar
  5. 5.
    W. Besson, Württemberg und die deutsche Staatskrise, Stuttgart 1959, S. 29.Google Scholar
  6. 6.
    S. Neumann, Hrsg., Parteien in der Bundesrepublik, Stuttgart 1955, S. 284-285.Google Scholar
  7. 7.
    Volkszählung 1925, lt. Käss, op. cit., Appendix II.Google Scholar
  8. 8.
    Strukturdaten für die Bundestagswahlkreise, Statistisches Bundesamt, Arb.-Nr. VIII/5/15.Google Scholar
  9. 9.
    Statistik von Baden-Württemberg, Band 77, Seiten 11, 19-20.Google Scholar
  10. 10.
    SPD FDP CDU BHE andere Kreistag 16 19 15 4 — Heilbronn 17 8 6 2 3.Google Scholar
  11. 11.
    Nach der amtlichen Definition ist jeder ein Flüchtling, der am 31. Dezember 1939 in einem Gebiet ansässig war, das jetzt nicht Teil der Bundesrepublik oder der Sowjetzone ist.Google Scholar
  12. 12.
    Es wird geschätzt, daß 21 Prozent der Flüchtlinge ihre Stimme für den BHE abgaben. Vgl. E. Faul, Hrsg., Wahlen und Wähler in Westdeutschland, Villingen 1960, S. 240.Google Scholar
  13. 13.
    Dies bedeutete 19,5 Prozent des gesamten Wahlkreises oder ungefähr 30 Prozent des Landkreises. Etwa ein Drittel sind Winzer.Google Scholar
  14. 14.
    Heilbronner Stimme, 11. September 1961.Google Scholar
  15. 15.
    Neckar-Echo, 24. Juli und 31. Juli 1961.Google Scholar
  16. 16.
    Informationen des Regierungspräsidiums Nordwürttemberg, Referat Landesplanung.Google Scholar
  17. 17.
    Josef Schüttler in einer Rede in Oedheim am 10. September 1961.Google Scholar
  18. 18.
    Heilbronner Stimme, 16. September 1961.Google Scholar
  19. 19.
    Briefstimmen werden nur für den gesamten Stadtkreis und den gesamten Landkreis gezählt: daher die Unterschiede; alle Zahlen ohne die Stimmen des Flüchtlingsdurchgangslagers in Weinsberg.Google Scholar
  20. 20.
    Siehe entsprechende Tabellen bei Faul, op. cit., S. 200 und 202, und U. W. Kitzinger, German Electoral Politics, Oxford 1960, S. 290, 292.Google Scholar
  21. 21.
    Faul, op. cit., S. 202-203.Google Scholar
  22. 22.
    Faul, op. cit., S. 200; Kitzinger, op. cit., S. 292.Google Scholar
  23. 23.
    Erststimmen Zweitstimmen 1957 119 130 1961 148 124.Google Scholar
  24. 24.
    Bemerkung der Herausgeber: Diese These ist durch die Arbeit von Max Kaase (vgl. in diesem Heft) und die Ergebnisse der nachfolgenden Landtagswahlen falsifiziert worden.Google Scholar
  25. 25.
    Heilbronner Stimme, 19. September 1961.Google Scholar
  26. 26.
    Neckar-Echo, 20. September 1961.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1965

Authors and Affiliations

  • Peter Pulzer
    • 1
  1. 1.OxfordUK

Personalised recommendations