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Der Wahlkampf 1961 im Rückblick

  • Rudolf Wildenmann
  • Erwin K. Scheuch
Chapter

Zusammenfassung

Diese Darstellung des Wahlkampfes im Rückblick soll weder eine bloße beschreibende Erinnerung an das damalige Geschehen sein — etwa in einer Art Augenzeugenbericht — noch eine geschichtliche Betrachtung in dem Sinne, daß ein vergangenes Geschehen aus der heutigen Sicht analysiert wird. Sie ist vielmehr eine begrenzte Synthese beider Orientierungen. Sie will das, was den Akteuren und Betrachtern damals wichtig erschien, von unserer heutigen Kenntnis aus systematisch interpretieren.

Anmerkungen

  1. 1.
    Siehe in diesem Heft Uwe Schleth, Die Finanzen der CDU.Google Scholar
  2. 2.
    Eine klare Definition wurde wohl bewußt vermieden. Gewöhnlich formulierte man als Ziel, die SPD müsse so stark werden, daß man bei der Regierungsbildung nicht an ihr vorübergehen könne.Google Scholar
  3. 3.
    Dieser Faszination mit dem Reklame-Aspekt eines Wahlkampfes erlag auch Uwe Kitzinger, Wahlkampf in Westdeutschland, Köln 1961. Seine Analyse wurde von den Führungsstäben sehr beachtet.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. dazu u. a. Arnold Heidenheimer, Der starke Regierungschef und das Parteiensystem, in: Politische Vierteljahresschrift 1961, Bd. 2, H. 3.Google Scholar
  5. 5.
    1957 hatte ein in Bonn verbreitetes Aperçu noch gelautet: Der Hauptslogan der CDU soll sein: „Wer SPD wählt, wählt Ollenhauer“ darauf antwortete im Jahre 1961 die SPD: „Wer Adenauer wählt, wählt CDU“.Google Scholar
  6. 6.
    Die Vertreter der FDP wiesen nach der Bundestagswahl 1961 wiederholt darauf hin, die Partei habe nicht versprochen, ihre Beteiligung an der Koalitionsregierung mit der CDU vom Rücktritt Dr. Adenauers als Bundeskanzler abhängig zu machen; sie habe nur versprochen, sich für einen solchen Rücktritt nachdrücklich einzusetzen. Bei den Wählern waren die vorsichtigen und differenzierten Formulierungen vor der Wahl jedoch als ein solches Versprechen verstanden worden. Man kann auch argumentieren, daß die Führung der FDP diesen Eindruck erwecken wollte und daß die Wähler somit auf den „gemeinten“ Sinn reagierten.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. den Artikel von Wildenmann, Kaltefleiter, Schleth in diesem Heft.Google Scholar
  8. 8.
    Dieser Interaktionsrahmen muß nicht notwendigerweise mit einem Zweiparteiensystem identisch sein, wie vielfach angenommen wird; er wird treffender als „alternatives Regierungssystem“ bezeichnet, das aus drei und mehr Parteien bestehen kann („Mehrparteiensystem“) oder das auch mit anderen Wahlsystemen als dem der relativen Mehrheitswahl zu erreichen ist. Vgl. in diesem Heft Rudolf Wildenmann u. a., Auswirkungen von Wahlsystemen....Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. Anthony Downs, An Economic Theory of Democracy, New York 1957.Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. in diesem Heft Uwe Schleth, Die Finanzen der CDU.Google Scholar
  11. 11.
    Das ist aber, wie die Regierungsbildung in verschiedenen Ländern zeigt, durchaus eine Regel mit Ausnahmen.Google Scholar
  12. 12.
    Die SPD versuchte z. B. vergeblich, den privaten und intimen Briefwechsel Brandts mit einer Bonner Journalistin zu kaufen und dadurch dessen Publikation im Wahlkampf zu verhindern.Google Scholar
  13. 18.
    Wenige Tage nach der Wahl von 1961 erklärten führende Fraktionsmitglieder aller drei Parteien des Deutschen Bundestages, der Wahlkampf 1965 habe schon begonnen.Google Scholar
  14. 14.
    Eine ausführlichere Diskussion über die Benutzung von Umfragen durch die Parteien findet sich bei Erwin K. Scheuch, Sozialforschung und sozialer Wandel, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 1965, Bd. 17, S. 1-48.Google Scholar
  15. 15.
    Vgl. Abschnitt 2 dieses Artikels.Google Scholar
  16. 16.
    Als wahrscheinliche Erklärung kann der Rückgang des Einflusses des „Evangelischen Arbeitskreises“ innerhalb der CDU angesehen werden.Google Scholar
  17. 17.
    Clausewitz, Vom Kriege: Eine weniger bekannte Definition des „Krieges“. Tatsächlich scheint es notwendig zu sein, dem Plakataufwand der anderen Partei in etwa zu entsprechen, um bei den eigenen Anhängern ein Gefühl der Entmutigung zu verhindern. Diese Situation ließ 1965 ein Abkommen über eine beschränkte Plakatierung leichter werden.Google Scholar
  18. 18.
    In einem „Knigge für Wahlredner“ empfahl die CDU ihren Rednern, bei Auftritten im Fernsehen sich so zu benehmen, als ob man im Wohnzimmer des Wählers zu Besuch sei.Google Scholar
  19. 19.
    Dies zeigen auch Joseph Trenemann und Denis McQuail, Television and the Political Image, London 1961. Über die Wirksamkeit von Diskussionen im Fernsehen — bzw. über die Grenzen ihrer Wirksamkeit — vgl. Sidney Kraus, Hrsg., The Great Debate, New York 1964.Google Scholar
  20. 20.
    So sprach eine bedeutende Zeitung vom „Wahlkampfredner Adenauer, alias der Bundeskanzler“ diese Formulierung wurde in Bonn viel kolportiert.Google Scholar
  21. 21.
    Der SPD-Vorstand war spätestens am 14. 8. 1961 in Berlin versammelt, während Adenauer erst lange nach Johnson in Berlin eintraf.Google Scholar
  22. 22.
    „Angemessen“ auf Grund unserer Umfragen Nr. 323 und 326, September und November 1961.Google Scholar
  23. 23.
    Gleichfalls nach den Ergebnissen unserer Umfragen.Google Scholar
  24. 24.
    Diese Prognosen wurden aus methodischen Gründen von den beiden Autoren sozusagen protokollarisch festgehalten und bei einer einstündigen Sendung im Süddeutschen Rundfunk, Stuttgart (Erwin Scheuch und Rudolf Wildenmann, Die Bundestagswahl 1961, Sendung vom 21. 11. 1961) als eine Grundlage zur jetzigen Interpretation der Wahl benutzt.Google Scholar
  25. 25.
    Der Anlaß war die Spiegel-Krise. Die FDP hatte nach dem Rücktritt ihrer Minister erwartet, daß nun ihr Verhalten von 1961 „vergeben“ würde — eine vergebliche Hoffnung, was von führenden Mitgliedern der FDP dann als „Undankbarkeit“ der Wähler, wenn nicht gar als deren Unreife, interpretiert worden ist.Google Scholar
  26. 26.
    Nach unseren Umfragen No. 326 im November 1961 im Bundesgebiet und 086 im Juni 1962 in Nordrhein-Westfalen.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1965

Authors and Affiliations

  • Rudolf Wildenmann
    • 1
  • Erwin K. Scheuch
    • 2
  1. 1.MannheimDeutschland
  2. 2.KölnDeutschland

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