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Belgien pp 1-12 | Cite as

Das Land

  • Paul Ostwald
Part of the Aus Natur und Geisteswelt book series (NAG)

Zusammenfassung

Der enge Zusammenhang und die innige Wechselwirkung zwischen der geographischen Lage und der Beschaffenheit eines Landes und der politischen und kulturellen Entwicklung seiner Bewohner tritt in besonders sinnfälliger Deutlichkeit bei den Gebieten zutage, die 1830 unter dem Namen Belgien zu einem Königreich vereinigt wurden. Es war das erstemal, daß die Gebiete an Scheide und Maas zu einer selbständigen Einheit gelangten, nachdem sie während einer fast 2000 Jahre langen Geschichte in mannigfaltigem Wechsel den verschiedensten Herrschaftsbereichen angehört hatten. Mit dem Namen „Belgien“ knüpfte man an die ältesten geschichtlichen Bewohner dieser Länderstriche an, an den keltischen Stamm der Beigen. Es läßt sich kein Name finden, der dieses Land für alle Zeiten seiner Geschichte einheitlich bezeichnen könnte. Im Altertum als Gallia Belgica zum Römischen Reich gehörig, gerieten sie im Anfang des Mittelalters unter merowingische und karolingische Herrschaft; bald teilten sich Deutschland und Frankreich hinein; später traten neben deutsche und französische Rechte solche anderer Staaten und Völker und lösten sich in buntem Wechsel ab, englische, burgundische, spanische, österreichische, holländische; neben ihnen und unter ihnen erhielten sich eine Fülle weltlicher und geistlicher Lokalgewalten.

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Literatur

  1. 1).
    Diele belgische Orte haben zwei oder drei Namen, was sich aus der Zusammensetzung der Bevölkerung aus romanischen Wallonen und germanischen Vlamen und Deutschen erklärt (s. S. 13f.). Wenn deutsche Namen vorhanden sind, benutze ich diese stets; sind vlämische und wallonische Namen gebräuchlich, so wähle ich für das vlämische Sprachgebiet die nieder-ländische (— vlämische) Bezeichnung, für das wallonische Sprachgebiet die franzosische (=wallonische). Beim ersten Vorkommen eines Namens gebe ich, falls Namen der anderen Sprachen vorhanden sind, diese in Klammern.Google Scholar
  2. 1).
    Für die Aussprache der niederländischen (= vlämischen) Namen sei ein für allemal gesagt: u = kurzes ü; uu = langes ü; ae (ältere Schreib-weise sür aa) = langes a; eu = ö; oe = u; ou = au; ui = eu; g = schwaches ch (guttural); v = f; y oder ij = ei; z = s; sch ist getrennt zu sprechen s und gutturales ch.Google Scholar
  3. 1).
    Dies ist der deutsche Name, also wie deutsches Ypsilon zu Sprechen; niederländisch hat der Name ein langes i, nicht ein y, wie bei Yser, das „Eiser“ auszusprechen ist.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1915

Authors and Affiliations

  • Paul Ostwald
    • 1
  1. 1.Historischen InstitutUniversität LeipzigDeutschland

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