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Rechnen mit Anschauungsmitteln und Ohne Anschauungsmittel, Ziffernsysteme

  • Ewald Fettweis
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Zusammenfassung

Der von Europas Bildung übertünchte Weiße schaut mit mitleidiger Verachtung auf den armen „Wilden“, weil dieser oft bis in seine alten Tage hinein auch die einfachste Rechenaufgabe zwischen 1 und 20 nur mit Mühe und Not an den Fingern zustande bringt. Besitzt er doch selbst die hohe Fähigkeit des sogenannten abstrakten Rechnens. Wenn der Weiße aber so handelt, dann bedenkt er nicht, wie er zu der angeblich so hohen Fähigkeit kam, bedenkt nicht, daß in der Schule, als sein Gehirn im bildungsfähigsten Alter war, geschickte, eigens dazu angeleitete Lehrer zunächst die Grundlagen wie eine feine Maschine in ein Schiff vorsichtig in seinen Kopf hineinbauten, daß dann nahezu sieben lange Jahre an seinem Gehirn eine Art Schmiedearbeit geleistet wurde, um die Nervenbahnen in die für die Ausübung des Rechnens richtige Verfassung zu bringen. Er bedenkt ferner nicht, daß auch bei ihm in mehr als der Hälfte der sieben Jahre die Anschauungsmittel nicht aus dem Schulraum verschwanden, wenn sie auch in immer geringerem Maße gebraucht wurden, bedenkt nicht, daß, nachdem die Anschauungsmittel beseitigt waren, ihm mit mehr oder weniger Einsicht in den Zusammenhang ein Verfahren angeübt wurde, das, weil für einen großen Teil der Rechner nur ein Mechanismus, auch nicht viel besser ist als ein Anschauungsmittel, nämlich der Algorithmus des schriftlichen Rechnens. Und nach all dem ging es dann, wenn nicht ihm, so doch manchem seiner Mitschüler schließlich noch so wie dem Statthalter in Jeremias Gotthelfs: „Leiden und. Freuden eines Schulmeisters“, wenn es ihm lange nicht zuhanden kam, das schriftliche Rechnen, dann vergaß er es wohl noch immer.

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Notes

Literatur

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1927

Authors and Affiliations

  • Ewald Fettweis
    • 1
  1. 1.DüsseldorfDeutschland

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