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Die Staaten

  • Walther Schulze-Sölde
Chapter
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Zusammenfassung

Ein Blick auf das weite Feld der einander gegenüberstehenden Staaten mahnt uns, nicht müde zu werden in der folgerichtigen Durchführung der Gedanken, welche sich bei der Untersuchung über die sittliche Staatsgemeinschaft ergaben. Weil es im Wesen des sittlichen Bewußtseins liegt, bis ins Grenzenlose fortzuwirken, also in seinen Auswirkungen niemals stille stehen zu bleiben, so ist es durchaus unrichtig, zu meinen, der Staat unterscheide sich von allen anderen Vereinigungen der Menschen dadurch, daß diese immer nur Mittel zum Zweck seien, jener dagegen oder, um mit Kant zu sprechen, „das bürgerliche, gemeine Wesen“ Selbstzweck sei. Mit dieser Lehre versperrt man die Aussicht auf die Mehrzahl der Staaten und verursacht die Überschätzung der selbstherrlichen Bedeutung des Staates, als ob er ein Wesen wäre, erhaben über alles Sündhafte und unantastbar gegenüber einer nüchternen Kritik der in seinem Namen gefaßten Entschließungen. Wie sich der Geist der Gotik dauernd und ohne Ende selbst überbietet, so türmt auch das sittliche Bewußtsein die Zwecke aufeinander. Das scheinbare Stehenbleiben bei einem Selbstzweck bedeutet nur ein ausruhendes Verweilen, um nachher auch diesen Zweck nur als Mittel hinter sich zu lassen für eine noch höher-stehende Aufgabe. Der Einzelne schafft die sittliche Gemeinschaft, damit der Staat sich seinem Zwecke der inneren Einheit entwinde und seines Selbstzweckes Selbstherrlichkeit schwinden lasse, um die Bahn frei zu machen für das ewig junge im Einzelnen aufleuchtende Licht der in die Weite der Völker hineinstrahlenden Sittlichkeit.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1922

Authors and Affiliations

  • Walther Schulze-Sölde
    • 1
  1. 1.Universität GreifswaldGreifswaldDeutschland

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