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Die Möglichkeit des Staates

  • Walther Schulze-Sölde
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Zusammenfassung

Den Inhalt des Sittengesetzes rechtfertigen heißt zugleich den Nachweis der Möglichkeit des Staates führen. Trotzdem die verschiedensten Zeiten und Völker eine bunte Fülle von Auffassungen über Sittlichkeit hervorgebracht haben und ich die Geschichte der Ethik als das unruhige rastlos tätige Gewissen der Menschengeschichte bezeichnen möchte, ist der starre und feststehende Grundsatz dauernd maßgebend geblieben, daß die sittliche Forderung eine Bejahung der Staatsgemeinschaft von Menschen mit sich führte. Es kann nur die eine mit der auf den Staat hinweisenden Zielrichtung ausgestattete Ethik geben. Alle Ethik ist letzten Endes Staatsethik. Aber diese Staatsethik spaltet sich in zwei nicht miteinander zu vereinbarende Grundvoraussetzungen. Die eine gründet den Staat auf der Selbsterhaltung und Selbstliebe des Menschen zu sich und seiner Menschenart, die andere aber auf der selbstlosen Liebe, deren nur ein Mensch fähig sein kann. Die eine läßt die Sittlichkeit aus der Natur und ihrem in der Selbsterhaltung zum Ausdruck kommenden Grundwesenstrieb erwachsen, die andere stellt die Sittlichkeit der Natur als eine gegen die Natur gerichtete selbstlose und zugleich selbständige Macht gegenüber.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1922

Authors and Affiliations

  • Walther Schulze-Sölde
    • 1
  1. 1.Universität GreifswaldGreifswaldDeutschland

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