Advertisement

Wege zum Ziel

  • Friedrich Hoffmann
Chapter
  • 12 Downloads

Zusammenfassung

Mommsen berichtet in seiner Römischen Geschichte (II8 S. 424) von Ämilius Paullus: „Er steigerte den griechischen Unterricht (seiner Kinder) in der Art, daß nicht mehr bloß die Sprache um des Sprechens willen gelernt und geübt, sondern nach griechischer Art der Gesamistoff allgemeiner höherer Bildung an die Sprache angeknüpft und aus ihr entwickelt ward.“ Damit beschreibt er einen Fortschritt in dem Zweck und der Art der Beschäftigung mit den Fremdsprachen, wie er sich geschichtlich ist das Erlangen, sie zum Zweck der Derständigung gebrauchen zu können. Aber der Mensch, der nicht vom Brot des praktischen Außens allein leben kann, begnügt sich nicht mit der Befriedigung der nächsten Lebens- und Derkehrsbedürfnisses. Indem die Sprache ihn in den Stand seßt, in die in der Literatur des andern Dolkes niedergelegten Geisteserzeugnisse einen Blick zu tun, entdeckt er darin eine neue Welt von Gedanken, die er sich zu erobern sucht. Die Beschäftigung mit der Sprache wird fortan dieser höheren Rücksicht untergeordnet. Bei dieser neuen Arbeit findet er zugleich, daß die Sprache selbst ein Andres Gepräge bekommt. Solange sie nur dem Alltagsbedürfnis diente, fielen die Sachen und Worte hüben und drüben zusammen. Jeßt merkt er mehr und mehr eine innere Derschiedenheit der durch das Wort ausgedrückten Dorstellungen und Stimmungen und wird, er diesen nachgeht, unwiderstehlich in das Studium der Sprache selbst hineingezogen. Die Beschäftigung mit der Sprache wird Selbstzweck, die Bildung wird zum Teil aus ihr entwickelt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1975

Authors and Affiliations

  • Friedrich Hoffmann

There are no affiliations available

Personalised recommendations