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Bedeutung und Aufgabe des lateinischen Sprachunterrichtes

  • Friedrich Hoffmann
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Zusammenfassung

Der Sprachunterricht, im ganzen genommen, hat im Zehrplan unsrer höheren Schulen einen weiten Raum inne, Zm Ghmnasium sind von 259 Stunden dem Deutschen, Zateinischen, Griechischen und Zranzösischen nicht weniger als 150 wöchentlich zugeteilt, also 58% dazu kommt noch der wahlfreie Unterricht im Englischen mit 4 Stunden. Das Realghmnasium widmet dem Deutschen, Jateinichen, Zranzösischen und Englischen von 262 Stunden 124=47%, und selbst in der Gberreal-schule ist er mit 106 von 262 Stunden, also mit 40% vertreten. Grnimmt infolgedessen so viel von der Zeit und Arbeitskraft der Schüler, d. h. von dem Aationalkapital der Zukunft, in Anspruch, daß dir Geilnahme der Gltern und aller, die den wert der Jugend für Staat und Dolt zu schäßen wissen, an der Bedeutung und Gestaltung dieses Unterrichts natürlich und verständlich ist. Schulfragen sind heute Zragen der breitesten Gffentlichkeit, und in den Kreisen der Zachleute herrscht emsige Arbeit. Beides ist gut, denn so werden die Anschauungen geklärt Zreilich ist es nicht immer eine Geilnahme des Wohlwollens, die dem Sprachunterricht entgegengebracht wird. Das zeigt sich darin, daß sich die Angriffe besonders gegen die humanistischen Ghmnasien richten als die Anstalten, in denen er eine überragende Stellung einnimmt. Wan sagt wohl, die Abneigung stamme aus dem widerwillen einer entarteten Zeitrichtung gegen die Anstrengung, die gerade dieser Unterricht verlange, und gegen die daraus sich ergebende angebliche Überbürdung. Der Ansicht bin ich nicht, ich habe vielmehr gefunden, daß die Jugend heute Anstrengungen ebensowenig scheut wie wir in unsern Knaben- und Jünglingsjagsjahren, ja in körperlicher hinsicht liebt sie sie vielleicht mehr als wir. Aber es ist ein natürliches und berechtigtes Derlangen des Wenschen, daß er von seiner Kraftleistung einen Gewinn haben will. 1) Der braucht nicht materiell zu sein; der wehrzahl unsrer Jungen liegt diese Zrage fern, sie kennen und schäßen die idealen Werte, für das Waterielle sorgt einstweilen der Dater. Aber einen Zwed muß die Arbeit haben. Erscheint sie ihm zwecklos, so lehnt natürliche Wensch sie triebmäßig ab, und muß er sie unter dem Druck des Zwanges tun, so fehlt die Zreudigkeit und mit ihr der Erfolg. Die Arbeit braucht darum nicht tatsächlich zwecklos zu sein, es genügt, daß ihr Zwed nicht sichtbar ist.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1975

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  • Friedrich Hoffmann

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