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Die Bestimmung des Menschen

  • Johann Gottlieb Sichte
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Zusammenfassung

... Aber wenn der Zweck unseres irdischen Lebens nun erreicht sein und die Menschheit am Ziele stehen wird, was wird sie dann tun? Es gibt über jenen Zustand keinen höheren auf Erden; das Gefchlecht, das ihn zuerst erreichte, kann nichts weiter tun, als in ihm verharren und ihn kräftigst behaupten, sterben und Nachkommen hinterlassen, die dasselbe tun werden, was sie schon taten, und die abermals Nachkommen hinterlassen werden, welche dasselbe tun. Die Menschheit stünde dann still auf ihrer Bahn; darum kann ihr irisches Ziel nicht ihr höchstes Ziel sein. Dieses irdische Ziel ist begreiflich und erreichbar und endlich. Denken wir immer die vorhergehenden Generationen als Mittel für die letzte vollendete; wir entgehen daburch nicht der Srage der ernsten Vernunst, wozu denn nun wiederum diese letzte sei. Nachdem einmal ein Menschengeschlecht auf der Erde da ist, soll es freilich kein vernunftwidriges sondern ein vernünftiges Dasein haben und zu allem werden, wozu es auf der Erde werden kann; aber warum sollte es denn überhaupt da sein, dieses Mensichengeschlecht, und warum blieb es nicht ebensowohl im Schoße des Nichts? Die Vernunft ist nicht um des Daseins, sondern das Dasein ist um der Vernunft willen. Ein Dasein, das nicht durch sich selbst die Vernunft befriedigt und alle ihre Sragen löst, ift unmöglich das wahre Sein.

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Notes

Referenzen

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1927

Authors and Affiliations

  • Johann Gottlieb Sichte

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