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Absolutismus und Kapitalismus

  • Carl Brinkmann

Zusammenfassung

Auf dem Festland mehr als in England, aber in Deutschland noch mehr als irgendwo anders muß man trotz aller Gegensätzlichkeit die rechnende Fürstenmacht und das rechnende Unternehmertum als die beiden dauerhaftesten und unzertrennlichsten Kräfte neuzeitlicher Staats- und Gesellschaftsentwicklung anerkennen. Zunächst, in der Kultur der Spätrenaissance und des Barock, geht mit dem Landesherrn, der die Nebenregierung seiner Landstände niederringt, unmittelbar der Projektant oder Erfinder, Monopolist oder „Plusmacher“, der ebenso heftig gegen die Rechtsschranken des zünftigen Gewerbes und die Grobheit der Naturalwirtschaft ankämpft. Dann verbreitert und zerteilt sich allerdings der Strom des Geschehens. Der „Fürstenstaat” wird zur Staatsverwaltung und Bureaukratie, der Unternehmer mit dem Geldkapitalisten und dem Lohnarbeiter aus einer Ausnahmeerscheinung zur Normalgestalt einer Wirtschaft, die nun nicht mehr bloß von veralteten Staatsordnungen, sondern vom Staat überhaupt „frei“ zu werden strebt. Aber bald biegt der Weg wieder zu seinem Anfang zurück. Der Absolutismus der Monarchie zersetzt sich unter dem Druck neuer gesellschaftlicher Mächte nur, um als Absolutismus des modernen Staats an sich wieder aufzuleben, und die Elemente der ungehemmten Binnenwirtschaft fordern und schaffen doch nach außen selber diese unumschränkte Staatsgewalt als die beste Stütze ihres Wettbewerbs in der Welt.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1922

Authors and Affiliations

  • Carl Brinkmann

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